OV Altmühltal - Weißenburg

    06.11.2020: OV Altmühltal zum Tarifabschluss im Öffentlichen …

    06.11.2020: OV Altmühltal zum Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst

    Unter Wert verkauft?
    Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst weit besser als sein Ruf 


    Der Ortsvorstand Altmühltal der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Bewertung des Tarifabschlusses im öffentlichen Dienst befasst.
    Mit einigem Bedauern stellte er dabei fest, dass in der öffentlichen Berichterstattung fast ausschließlich die prozentuale Tariferhöhungen von 1,4 % im Jahr 2021 und 1,8 % im Jahr 2022
    Widerhall fand. „Um den Abschluss zu bewerten, muss man schon das Gesamtpaket anschauen und findet dann auch einige sehr respektable Elemente!“ konstatiert Agnes Mendl, die Vorsitzende des Ortsvereins. Insbesondere freute sie, dass niedrigere Gehaltsgruppen weit überproportional berücksichtigt werden konnten: „Es finden sich eine ganze Menge zusätzlicher sozialer Komponenten im Tarifabschluss. Die Mindesterhöhung von 50 € im Jahr 2021, die Erhöhung der Jahressonderzahlung nur für die unteren Entgeltgruppen in Höhe von bis zu 180 € ist eine solche soziale Komponente. Aber auch die Tatsache, dass die Corona Sonderzahlung mit 600 € im unteren Einkommensbereich doppelt so hoch ist wie in dem oberen Entgeltgruppen, darf als großer Erfolg der Verhandlungsführer bei ver.di gewertet werden. Dies alles erst recht vor dem Hintergrund der Pandemie, in der jedem klar war, dass ein
    langfristiger Erzwingungsstreik unmöglich ist.“
    Daneben existieren noch viele weitere Aspekte des Tarifabschlusses. Gerade bei Beschäftigten der Krankenhäuser konnten starke Verbesserungen bei den Zulagen durchgesetzt werden, was im Einzelfall mehrere hundert Euro im Monat ausmachen kann. Für alle von Kurzarbeit Betroffenen wurde branchenübergreifend im TVöD auch der „Tarifvertrag COVID“ verlängert. Dieser sichert beispielsweise insbesondere den unteren Entgeltgruppen eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf bis zu 95 % des bisherigen
    Nettoentgelts zu. 
    Insbesondere Auszubildende werden bereits im ersten Ausbildungsjahr am Ende der Laufzeit des neuen Tarifvertrages knapp 1200 € monatlich erhalten, was 4,4 % mehr als bisher
    bedeutet. „Gewerkschaftsmitgliedschaft lohnt sich also ganz besonders für junge Menschen“ bilanziert Agnes Mendl abschließend
    bei der Sitzung. „Schade, dass trotzdem so wenige Mitglied sind“.