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    11/2015: Kesse Sprüche und Hipster-Camouflage für den Krieg

    11/2015: Kesse Sprüche und Hipster-Camouflage für den Krieg

    unsere Kritik an der Werbeoffensive der Bundeswehr Florian Genser Grünzeug

     

    Kesse Sprüche und Hipster-Camouflage für den Krieg 
    – unsere Kritik an der Werbeoffensive der Bundeswehr

     

    Ein olivgrünes Großplakat an der Fassade eines Parkhauses. Die großflächige Aufschrift: „Grünzeug ist auch gesund für deine Karriere - Mach, was wirklich zählt“
    Ein kesser Spruch, eine emotionalisierte Message. Machen, was wirklich zählt. Wir fragen uns: Was zählt denn wirklich, bei einer Ausbildung beim deutschen Militär?

    Mit sage und schreibe 29 Millionen Euro betreibt die Bundesregierung seit vergangenem Jahr Nachwuchswerbung für’s Militär. Seit Anfang November passiert dies zudem mit allen Mitteln des modernen Marketings. Von der Facebookseite bis zu regelmäßigen Instagram-Anzeigen fährt die von der Bundeswehr eigens für die aktuelle Kampagne engagierte Düsseldorfer Werbeagentur „Castenow“ so ziemlich alles auf, um junge Soldatinnen und Soldaten zu rekrutieren. Die Methode der Kampagne zielt offensichtlich auf eine gewisse Coolness, eine gesicherte Zukunft und den aktuellen Zeitgeist der Jugend ab.
    Die Möglichkeiten sich bei der Bundeswehr beruflich zu verwirklichen, werden als grenzenlos aufgezeigt. Was geschickt verschwiegen wird: Kein Wort vom Dienst an der Waffe, vom gezielten Töten im Soldatenberuf, von den ständig unflexiblen Arbeitszeiten und Einsatzorten und von den hohen Risiken für Leib und Leben, die der Dienst bei der Bundeswehr mit sich bringt. 

    Für uns als ver.di-Jugend ist klar, dass die Bundeswehr mit dieser Form der Werbekampagne der Zielgruppe keinen reinen Wein über den tatsächlichen Alltag beim Arbeitgeber Bundeswehr einschenkt. Aufgrund des im Grundgesetz verankerten Verteidigungsauftrages der Bundeswehr mit dem Einsatz von Waffengewalt ist das Militär selbstverständlich kein Arbeitgeber, wie jeder andere, wie in der Kampagne suggeriert. 

    Wir fordern: Keine überzogen hohen öffentlichen Mittel für aktive Werbung zum Dienst an der Waffe! Keine Täuschungsmanöver und künstliche Attraktivmachung eines Berufes, der junge Menschen schwer traumatisieren und das Leben kosten kann. Und: Keine Werbung mehr für den Kriegsdienst an öffentlichen Schulen! 
    Als zuständige Gewerkschaftsjugend beraten wir selbstverständlich jeden jungen Menschen gerne über unsere Erfahrungen mit einer Ausbildung beim Arbeitgeber Bundeswehr.

    Florian Genser