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    ver.di wählt sich neu – zukunftsgerecht

    ver.di wählt sich neu – zukunftsgerecht

    Orgawahlen 2018 / 2019 ver.di Orgawahlen

    ver.di wählt sich neu – zukunftsgerecht

    5. ordentliche Bezirkskonferenz von ver.di Mittelfranken

    Am 10. November 2018, führte der ver.di Bezirk Mittelfranken seine 5. ordentliche Bezirkskonferenz durch. 90 Delegierte wählten einen neuen Bezirksvorstand und nahmen politische Weichenstellungen für die nächsten vier Jahre vor. In den letzten Wochen wurden bereits rund 500 Mitglieder aus Mittelfranken in die unterschiedlichsten Bezirksgremien gewählt. In diesen Gremien findet die berufs- und tarifpolitische sowie die branchenorientierte Arbeit statt.

    An der Spitze der Ehrenamtsorganisation steht ein 40-köpfiger Vorstand mit Vertretungen aus allen gewerkschaftlichen Bereichen, der bei der Bezirkskonferenz gewählt wurde.

     Zur Vorsitzenden kandidierte erneut Elke Härtel, Personalratsvorsitzende am Klinikum Nürnberg und Mitglied des Nürnberger Stadtrats, die im März 2013 erstmals zur Bezirksvorsitzenden gewählt wurde. Zur Wahl als stellvertretende Vorsitzende kandidierten Birgit Nebl-Doser, freigestellte Betriebsrätin bei der Deutschen Telekom Service GmbH, und Florian Mader, Vorsitzender der ver.di Jugend Mittelfranken.  

     Neben den Wahlen hatten die Delegierten über 30 Anträge zu beschließen, von denen einige auch an den ver.di Bundeskongress (September 2019 in Leipzig) gerichtet waren und politische Weichenstellungen für die nächsten vier Jahre vornehmen sollen.

    Inhaltich ging es u. a. um die Tarifpolitik. Hier sollte vor allem eine breitangelegte Arbeitszeitdebatte initiiert und das Thema Arbeitszeit in den Mittelpunkt zukünftiger Tarifrunden gerückt werden.

    Darüber hinaus lag den Delegierten auch ein Antrag vor, der den zukünftigen Umgang mit der AfD behandelt. Er beinhaltete die Entscheidung, ob Mitglieder der AfD bzw. Funktionäre*innen der AfD Mitglied in ver.di sein können.

     „Wir haben uns mit den Organisationswahlen personell und inhaltlich gut aufgestellt und können uns für weitere vier Jahre an die Arbeit machen“, erklärte Elke Härtel, die bei der Konferenz zum dritten Mal als Bezirksvorsitzende kandidierte und mit großer Mehrheit wiedergewählt wurde. „Schwerpunktmäßig müssen wir uns den Anforderungen einer zunehmend durchdigitalisierten Arbeitswelt stellen und darauf die notwendigen gewerkschaftlichen Antworten finden.“ 

     

    v.l.n.r.: Jürgen Göppner / Bezirksgeschäftsführer
Elke Härtel / Vorsitzende
Birgit Nebl-Doser / stv. Vorsitzende
Florian Mader  / stv. Vorsitzender ver.di Präsidium 2018-2022  – v.l.n.r.: Jürgen Göppner / Bezirksgeschäftsführer Elke Härtel / Vorsitzende Birgit Nebl-Doser / stv. Vorsitzende Florian Mader / stv. Vorsitzender

    Die zunehmende Digitalisierung in allen Arbeitsbereichen stand im Mittelpunkt der ver.di Konferenz. Intensiv diskutierten die Delegierten mit Karl-Heinz Brandl, Abteilungsleiter Innovation und Gute Arbeit bei der ver.di Bundesverwaltung, der über das Thema „Digitalisierung braucht ein menschliches Maß –Perspektiven gewerkschaftlichen Handelns“ referierte.    

    „Wir brauchen eine grundlegende Arbeitszeitdebatte in ver.di, weil wir mit Blick auf die Auswirkungen der Digitalisierung dringend zu einer Umverteilung von Arbeit kommen müssen“, so Birgit Nebl-Doser, die neben Florian Mader bei der Konferenz zur stellv. Vorsitzenden gewählt wurde.

    Einstimmig beschlossen die Delegierten einen Antrag, der eine gewerkschaftliche Debatte zur Arbeitszeit und die Erarbeitung von tarifpolitischen Konzepten zur Durchsetzung einer deutlichen Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich fordert.

    Bei der Arbeitszeitdebatte muss vor allem auch über die veränderten Bedarfe und Erwartungshaltungen von jungen Beschäftigten geredet werden. „Junge Beschäftigte wollen zwischenzeitlich andere Arbeitszeitmodelle und vor allem flexiblere Möglichkeiten der Arbeitszeitverteilung“, so Florian Mader, neugewählter stellv. Bezirksvorsitzender. „Flexibilität aber nicht im Sinne vieler Arbeitgeber, denen es dabei ausschließlich um die generelle Verfügbarkeit von Beschäftigten geht.“

    Ein klares Bekenntnis zum Umgang mit der AfD erfolgte mit der einstimmigen Annahme eines Antrags, der die Unvereinbarkeit einer Mitgliedschaft in ver.di und in der AfD vorsieht.

    „Natürlich müssen wir uns vorrangig inhaltlich mit der Programmatik der AfD auseinandersetzen“, erklärt Jürgen Göppner, Bezirksgeschäftsführer von ver.di Mittelfranken. „Mit Blick auf unsere satzungsrechtlichen Ziele, auf unsere Grundsatzerklärung und die darin enthaltenen Werte, müssen wir aber ein klares organisationspolitisches Signal setzen.“  

     Bei der mittelfränkischen Konferenz wurden auch 12 Delegierte zur ver.di Landesbezirkskonferenz (20. und 21. März 2019 in Regensburg) und 9 Delegierte zum Bundeskongress (22. bis 28. September 2019 in Leipzig) gewählt.