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    02.05.2019: Streiks bei Metro und EDEKA

    02.05.2019: Streiks bei Metro und EDEKA

    30.04.2019
    Streik-Logo ver.di Streik

    PRESSEMITTEILUNG – SPERRFRIST: 02.05.2019, 04:00 Uhr
    Nürnberg, 30.04.2019

    Streiks bei Metro und EDEKA Wir sollen das jetzt ausbaden – nein danke


    Respekt und Wertschätzung für die Leistung der Großhandelsbeschäftigten muss sich nach der Überzeugung von ver.di auch bei den Entgelten und Ausbildungsvergütungen widerspiegeln. Deshalb hat die bayerische Tarifkommission einstimmig eine Erhöhung der Entgelte um 6,5% für die anstehende Tarifrunde gefordert. Bei der ersten Tarifverhandlung am 8. April 2019 gab es keinerlei Angebot von Seiten der Arbeitgeber. Um den Druck in der zweiten Verhandlung am 10. Mai 2019 zu erhöhen, gehen jetzt die Beschäftigten von Metro und EDEKA gemeinsam auf die Straße.


    Die Blockadehaltung der Arbeitgeber sollen jetzt die Arbeitnehmer im bayerischen Großhandel ausbaden. Unter dem Motto „W ir sollen das jetzt ausbaden – nein danke“ wollen die Beschäftigten von Metro und EDEKA darauf aufmerksam machen, dass bereits jetzt die Mehrheit von ihnen massiv von Altersarmut gefährdet ist. Und das obwohl viele von ihnen einen Vollzeitjob bei einem tarifgebundenen Unternehmen haben. Deshalb ist dieser Streik auch im
    Kampf für ein würdevolles Leben im Alter elementar wichtig, und das in einem der reichsten Länder der Erde.


    „Die Beschäftigten erwirtschaften jedes Jahr neue Rekordgewinne, aber bei den Beschäftigten wird gespart wo es nur geht. Diese Konzernstrategie wollen die
    Beschäftigten nicht länger ausbaden und fangen an sich zu wehren“, sagt Rita Wittmann, Gewerkschaftssekretärin und Streikleiterin ver.di Mittelfranken. „Bei den aktuellen Einkommen im bayerischen Großhandel ist es fast schon
    unmöglich neue Kollegen-innen bei uns zu finden. Nicht mal Leiharbeitsfirmen wollen oder können uns noch Leute schicken“ so Stefan Wiesenbacher, BR-Vorsitzender bei der EDEKA in Sachsen b. Ansbach.


    „Respekt und Anerkennung für das was in den Betrieben Tag für Tag geleistet wird, dazu gehört für uns auch ein Entgelt von dem wir leben können“. Darüber sind sich die BR-Vorsitzenden, Norbert Ellrodt, Metro Nürnberg-Eibach und Peter Gräbner, Metro Nürnberg-Buch einig.

    „Die Arbeitgeber zeigen bei den Tarifverhandlungen nicht ansatzweise den Einsatz, den sie von uns jeden Tag verlangen. Deshalb gehen wir heute auf die Straße“ ergänzt Michael Leidenberger, BR-Vorsitzender der EDEKA in Schwabach.
    „Ich bin mir sicher, wenn am 10.Mai bei der zweiten Tarifverhandlung sich die Arbeitgeber nicht einen ordentlichen Ruck nach vorne bewegen, werden sich noch mehr Kolleginnen und Kollegen mit uns auf die Straße gehen“ so Gabriele Ziegler, Streikleiterin Mittelfranken.

    Geplanter Ablauf in Nürnberg:
    Es werden ca. 200 Streikende am Kornmarkt erwartet. Zum Streik aufgerufen werden am 02.05.2019 zunächst die Beschäftigten von Metro Nürnberg Buch und Eibach, sowie vom EDEKA Lager in Sachsen b. Ansbach. Erst am Nachmittag werden dann noch die Beschäftigten des EDEKA Lagers in Schwabach in den Streik mit einbezogen. In der Streikversammlung wird dann darüber abgestimmt, ob der Streik auch noch auf den 03.05.2019 ausgeweitet werden soll.
    Die Streikenden machen so gegen 10 Uhr eine kleine Schaumparty vor dem Gewerkschaftshaus, unter dem Slogan „Wir sollen das jetzt ausbaden – nein danke“. Und so gegen 10.30 Uhr startet ein Demonstrationszug vom CVJM (Kornmarkt) durch die Innenstadt. Geplante Rückkehr zum Kornmarkt ist gegen 11.00 Uhr.


    Hintergrundinformation:
    Der bayerische Großhandel ist einer der zentralen Branchen in Bayern. Ohne die rund 240 000 Beschäftigten im Großhandel wäre die Grundversorgung faktisch nicht vorhanden. Angefangen vom Lebensmittelgroßhandel, dem pharmazeutischen Großhandel bis hin zum Baustoffgroßhandel ist der Großhandel das wichtigste Bindeglied. Die Beschäftigten im Großhandel stellen somit die Versorgung der Volkswirtschaft mit Waren und Dienstleistungen sicher. Dabei ist die Umsatz- und Gewinnsituation der Unternehmen, die im Großhandel tätig sind, ausgesprochen gut.
    Um den Beschäftigten ihren Teil an dem Erfolg zukommen zu lassen beschloss die große Tarifkommission folgende Forderungen für die rund 240.000 Beschäftigten: Erhöhung der Löhne und Gehälter um 6,5% Erhöhung der Bezahlung von weiteren Anforderungen auf 80 € Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 100 € Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen Allgemeinverbindlichkeit wird gemeinsam mit den Arbeitgebern beantragt