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    ver.di Initiative: Benennung einer Straße nach Leonhard Mahlein

    ver.di Initiative: Benennung einer Straße nach Leonhard Mahlein

    04.06.2021

    Der langjährige Gewerkschaftsvorsitzende der Industriegewerkschaft Druck und Papier, Leonhard Mahlein, soll in Nürnberg geehrt werden. Die SPD-Stadtratsfraktion hat jetzt einen entsprechenden Vorschlag der Gewerkschaft ver.di, Fachbereich 8, aufgegriffen und einen Antrag an Oberbürgermeister Marcus König zur Behandlung im zuständigen Ausschuss gestellt. SPD-Fraktionsvorsitzender Thorsten Brehm hält es für angezeigt, das beeindruckende Lebenswerk des Gewerkschafters nun in Nürnberg sichtbar zu wür- digen. Er schlägt deshalb vor, eine Straße nach Mahlein zu benennen.

    Die Initiative ging vom ver.di-Fachbereich Medien, Kunst und Industrie, Ortsverein Nürn- berg, aus. Ein Arbeitskreis hat mit Plakataktionen im Gewerkschaftshaus, mit einer Zeitungsanzeige (NN vom 3.04.2021, Seite 13) zum 100. Geburtstag und mit Kontakten zur Presse versucht, das Lebenswerk des fast vergessenen Nürnberger Sohns wieder ins Bewusstsein der Nürnberger Öffentlichkeit zu tragen (NN 03.04.2021, Seite 24). Justine Wazansky-Krack, OV-Vorsitzende, und Elvira Eytzinger-Hotze, Motor der Aktion, hoffen nun, dass die Würdigung doch noch vor dem 101. Geburtstag Mahleins passiert.

    Rückfragen gerne an:
    Elvira Eytzinger-Hotze, Tel.: 0911/ 4801882 Ingo Girndt, Tel.: 0911/ 897020

    Hintergrund, Vita:
    Leonhard Mahlein, Buchdrucker, Gewerkschaftsführer und Friedensaktivist, wurde vor 100 Jahren in Nürnberg am 4. April geboren, hat viele Jahrzehnte hier gelebt, gelernt, gelehrt, gearbeitet und politisch gewirkt (erst in der KPD – bis 1952, ab 1956 in der SPD).

    Mahlein starb am18.12.1985 in Stuttgart. 1965 wurde Mahlein erster Vorsitzender der IG Druck und Papier in Bayern und hauptamtlicher Gewerkschaftsfunktionär. 15 Jahre lang, von 1968 bis 1983 war Mahlein dann Bundesvorsitzender der IG Druck und Papier (eine der Vorläuferorganisationen der Gewerkschaft ver.di). In seiner Zeit führte er wichtige Arbeitskämpfe, u.a. 1978 um einen Tarifvertrag zum Schutz der Arbeitsplätze in der Druckindustrie bei Einführung und Anwendung rechnergesteuerter Textsysteme. Schließlich 1984 der 13-Wochen-Streik für die Einführung der 35-Stunden-Woche. Mahlein verstand die Gewerkschaft nicht als „Lohnmaschine“, sondern auch als politische Bewegung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich für eine Umgestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft einsetzt. Deshalb war er auch in der Friedensbewegung aktiv und setzte sich als Präsident der Internationalen Grafischen Föderation (IGF) früh für die Überwindung des Ost-West-Gegensatzes ein. Sein Wahlspruch „Auf die eigene Kraft vertrauen“ hat Generationen von Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter geprägt.

    V.i.S.d.P.: Barbara Schneider, ver.di Bezirk Mittelfranken, FB 8, Kornmarkt 5-7, 90402 Nürnberg

    Pressekontakt

    Barbara Schneider, ver.di Bezirk Mittelfranken, FB 8, Kornmarkt 5-7, 90402 Nürnberg