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    48-Stunden Warnstreik am Klinikum Nürnberg und NürnbergStift

    48-Stunden Warnstreik am Klinikum Nürnberg und NürnbergStift

    13.10.2020
    Streik-Logo ver.di Streik

    Nürnberg, den 12.10.2020

     

     
    48-Stunden Warnstreik bei NürnbergStift und Klinikum Nürnberg

     

    Beschäftigte der systemrelevanten Berufe im Gesundheitswesen erhöhen den Druck für ihre Forderungen in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes. Dabei streikt erneut auch die kommunale Altenpflege. Die Beschäftigten der Klinikum Nürnberg Service GmbH beteiligen sich durch einen Solidaritätsstreik. Der Vorstand des Klinikums Nürnberg hat die Verhandlungen zur Ausgestaltung der Notdienstvereinbarung erneut abgebrochen.

     

    Angesichts der bisherigen Blockadehaltung der Arbeitgeber im öffentlichen Dienst streiken die Beschäftigten aus Klinikum und Altenpfleg in Nürnberg gemeinsam. Ver.di fordert für alle 2,3 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen eine Lohnerhöhung von 4,8 Prozent, mindestens 150 Euro und die Anhebung der Azubi-Vergütung um 100 Euro. Zudem sollen die Versprechen aus der letzten Tarifrunde umgesetzt werden, auch im Gesundheitswesen die Pausen in Wechselschicht auf die Arbeitszeit anzurechnen und den Samstagszuschlag auf 20 Prozent anzuheben. „Wir brauchen Aufwertung und Entlastung, um die Arbeit gerade auch in der Altenpflege attraktiver zu machen. Unsere unverzichtbare Tätigkeit hat mehr Anerkennung verdient. Die politischen Entscheidungsträger und Arbeitgebervertreter sollten daran denken, dass vielleicht auch sie einmal in einer Altenpflegeeinrichtung gepflegt werden müssen.“ sagte Markus Sendelbeck, Hygienebeauftragter des NürnbergStift.

     

    Dort wie auch am Klinikum hat die Gewerkschaft ver.di eine Notdienstvereinbarung abgeschlossen, die die Sicherheit der Versorgung der Bewohner*innen und Patient*innen während des Arbeitskampfs garantiert. Am Klinikum wurden jedoch die Verhandlungen zur weiteren Ausgestaltung der Vereinbarung erneut durch den Vorstand abgebrochen. „Aus rein medizinischer Sicht ist es überhaupt nicht nachvollziehbar, dass die Leitung eines Großkrankenhauses wie des Klinikums Nürnberg sich nicht in der Lage sieht, einer maßvollen Bettenreduktion für zwei Tage zuzustimmen, um damit gerade die Auswirkungen auf die Patient*innen möglichst zu minimieren. Der Vorstand des Klinikums lässt hier die nötige Rücksicht auf Mitarbeiter*innen und Patient*innen vermissen“, erläuterte Prof. Dr. Hannes Wandt, ehemaliger leitender Arzt des Klinikums Nürnberg.

     

    „Der Vorschlag der Gewerkschaft ver.di hatte lediglich vorgesehen, entsprechend der Notdienstvereinbarung 35 von 2000 Betten zu reduzieren. An vielen Kliniken sind weit größere Bettenreduzierungen üblich. Bayernweit kann eine derartige Verweigerungshaltung so nur am Klinikum Nürnberg beobachtet werden,“ fügte Gewerkschaftssekretär Martin Schmalzbauer hinzu. „Der Klinikvorstand will den Beschäftigten das Streikrecht nehmen und gefährdet damit gleichzeitig das Patientenwohl. Dabei wird in dieser Klinik seit Jahren in Unterbesetzung gearbeitet. Nur die Zahlen müssen stimmen. Nicht der Streik gefährdet Patient*innen, sondern der Normalzustand“, ergänzte die medizinisch-technische Fachangestellte Andrea Weißenberger. Zahlreiche Beschäftigte des Klinikums werden daher dennoch am Warnstreik teilnehmen.

     

    Unterstützt werden sie dabei durch einen Solidaritätsstreik der Beschäftigten der Klinikum Nürnberg Service GmbH (KNSG). „Klinikum und KNSG gehören zusammen. Daher streiken die Beschäftigten der KNSG heute aus Solidarität mit den Beschäftigten des Klinikums in der laufenden Tarifrunde. Daneben treten Beschäftigte von Klinikum und KNSG zudem gemeinsam dafür ein, auch die Service-Beschäftigten endlich nach dem TVöD zu bezahlen. Heute verdienen sie mehrere hundert Euro monatlich weniger als Klinikbeschäftigte mit den gleichen Tätigkeiten. Wir erinnern dabei OB König an sein Wahlkampfversprechen, die Servicetochter wie in Fürth geschehen wieder in das Klinikum einzugliedern,“ erklärte ver.di Gewerkschaftssekretärin Joana Terborg.

     

    Am Dienstag, 13.10. veranstalten die Streikenden aller drei Betriebe von 8:00 Uhr bis 14:00 Uhr eine Streikkonferenz im Z-Bau, Frankenstraße 200.

    Am Mittwoch, 14.10. folgt von 8:00 bis 11:00 Uhr eine Streikdemonstration vom Klinikum Nord über das Seniorenwohnheim St. Johannis zum Rathaus.