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    Streik der Auszubildenden im Öffentlichen Dienst am 13. Oktober …

    Streik der Auszubildenden im Öffentlichen Dienst am 13. Oktober in Nürnberg

    12.10.2020
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    Streik der Auszubildenden im Öffentlichen Dienst am 13. Oktober in Nürnberg

    Da der Arbeitgeberverband gegenüber ver.di in der zweiten Tarifverhandlungs-runde noch kein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen wollte, ruft die ver.di Jugend am 13. Oktober bundesweit alle Auszubildenden des Öffentlichen Dienstes zum Warnstreik auf.
    Die Forderung für die jungen Mitglieder ist die Erhöhung der Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro monatlich. Darüber hinaus er-warten die jungen ver.di-Aktiven eine tarifvertragliche Regelung der Übernahme von Auszubildenden nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung, die Tarifierung der dual Studierenden, sowie die Kostenübernahme eines ÖPNV-Tickets. „Auch die Auszubildenden haben während der Krise gezeigt, dass sich der Öf-fentliche Dienst auf sie verlassen kann und haben ihren Beitrag dazu geleistet, den Laden am Laufen zu halten.”, so Timo Klein, Gewerkschaftssekretär für den Bereich Jugend in Mittelfranken. „Jetzt ist es an der Zeit, statt zu Applau-dieren auch Anerkennung zu zeigen.” Doch bisher blocken die Arbeitgeber ab.

    In den kommenden 20 Jahren werden mehr als 60% der Angestellten des Öf-fentlichen Dienstes altersbedingt ausscheiden. Dem gegenüber stehen sin-kende Geburtenraten, ein verstärkter Wettbewerb mit privaten Arbeitgebern und eine zunehmende Komplexität der Aufgaben im Öffentlichen Dienst. Die Arbeit-geber sind daher gut beraten in ihren Nachwuchs zu investieren. „Die Arbeitge-ber jammern über Fachkräftemangel. In dieser Tarifrunde könnten sie ein Sig-nal setzen und in gute Ausbildungsqualität und attraktive Rahmenbedingungen für Nachwuchskräfte investieren“, meint René Drechsel, selbst Auszubildender im Öffentlichen Dienst.
    Der Ausbruch der Corona-Pandemie hat allen vor Augen geführt, dass der Fachkräftemangel insbesondere in den Krankenhausberufen gravierend ist. Die ver.di Mitglieder erwarten deshalb, dass auch für die Krankenhaus-Azubis eine Zulage gezahlt wird, um die Ausbildung attraktiver zu machen.


    „Selten war der Öffentliche Dienst so im Fokus der Bevölkerung wie in den letz-ten Monaten und für die Auszubildenden geht es um viel.” ergänzt Klein. „Viele verlassen im Zuge der Ausbildung ihr Elternhaus. Die Ausbildungsvergütung ist somit kein Taschengeld – sie wird für steigende Mieten dringend gebraucht“.

    Das Streikrecht ist ein Grundrecht und für die Auszubildenden oft die einzige Möglichkeit, ihre Ausbildungsbedingungen aktiv zu gestalten. Dies scheinen viele Berufsfachschulen und Berufsschulen nicht zu begreifen. Sie sind der Ansicht, dass Auszubildende im theoretischen Unterricht nur Schüler seien und somit ausschließlich das Schulrecht, aber nicht das Grundgesetz gelte. „Ich habe mitbekommen, wie vielen Auszubildenden, die sich am Streik beteiligen wollen, seitens der Berufsschulen mit Sanktionen gedroht wird. Das ist schlicht-weg lächerlich.” schildert Arnela Bešic stv. Vorsitzende der ver.di Jugend Mittelfranken. Nach Auffassung der ver.di Rechtsabteilung haben Auszubildende unabhängig davon, ob sie sich in der theoretischen Ausbildung oder praktisch im Betrieb sind, das Grundrecht zur Teilnahme an Arbeitskampfmaßnahen um ihre Ausbildungsbedingungen mitzugestalten.
    Es ist geplant, dass sich dazu Auszubildende aus ganz Nordbayern um 10:30 Uhr am Eingang des Nordklinikums in Nürnberg treffen um anschließend mit ei-ner Demonstration ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.