Pressemitteilungen

    500 € Zulage für "systemrelevante Berufe" und vieles Andere mehr …

    500 € Zulage für "systemrelevante Berufe" und vieles Andere mehr gefordert

    02.04.2020
    Abstand schützt ver.di Abstand schützt
    Wordsalad Arnold Rekittke Gesundheit Soziale Dienste Wohlfahrt und Kirchen

    "Systemrelevant" - na und? Was bedeutet das jetzt?

    Die Gewerkschafter des Gesundheitswesens in Mittelfranken haben klare Vorstellungen und Forderungen für die Zeit der Corona-Krise und danach entwickelt. „Wir, die Beschäftigten im öffentlichen Dienst, insbesondere in den Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Wohlfahrtsverbänden und Kirchen, sind systemrelevant. Das wird durch die Covid-19 Pandemie nun wie unter dem Brennglas deutlich“, erklärte der Vorsitzende der ver.di Fachkommission Krankenhäuser in  Bayern und stellvertretende Personalratsvorsitzende des Klinikums Fürth Kamran Salimi „Und deshalb fordern wir für alle Beschäftigten in diesem Bereich künftig eine Zulage von 500 Euro im Monat.“

    Zudem brauche es jetzt eine Klarstellung, was im Falle des Gesundheitsnotstandes passiere. Das bayerische Kabinett kann durch Gesetzesänderung den Gesundheitsnotstand ausrufen. „Sollte es zu Hilfseinsätzen breiterer Kreise kommen, braucht es selbstverständlich die entsprechende Schutzausrüstung, eine Einarbeitung und Einweisung“, sagt Anita Zwirner, Sprecherin der ver.di Betriebsgruppe am Klinikum Fürth.

    "Wir fordern zudem, dass in diesem Fall mindestens der Lohn nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes bezahlt wird“, so ver.di-Sekretär Bernhard Bytom. Für die Zeit nach der Krise fordert ver.di Mittelfranken einen grundlegenden Systemwechsel. „Das heißt konkret: höhere Löhne, mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere Refinanzierung. Nur so ist auf Dauer eine gute Versorgung möglich. Viel zu lang ist in der Gesundheitsvorsorge und- versorgung, in der Rettung und vielen weiteren Bereichen gespart und das Personal nur als „Kostentreiber“ gesehen worden“, kritisierte Bytom.

    Bestmöglicher Schutz für KollegInnen

     „Die Kolleginnen und Kollegen brauchen jetzt den bestmöglichen Schutz“, fordert Elke Härtel, Vorsitzende des ver.di-Bezirks Mittelfranken und des Personalrates beim Klinikum Nürnberg. Es müsse für alle Beschäftigten in den Krankenhäusern und Einrichtungen ausreichend Schutzmasken und Schutzkleidung geben. „Wir nehmen wahr, dass sich viele Arbeitgeber bemühen. Dennoch passiert es, dass nicht alle Berufsgruppen mit der nötigen Schutzausrüstung ausgestattet werden. Hier müssten alle  Möglichkeiten, die das Infektionsschutzgesetz bietet, genutzt werden."

     ver.di fordert zudem Tests für die Beschäftigten. „Auch hier gibt es Licht und Schatten“, sagt Angela Merkl, Vorsitzende des Bezirksfachbereichsvorstands Gesundheit, soziale Dienste Wohlfahrt und Kirchen und des Betriebsrats der Lebenshilfe Nürnberg. In einigen Kliniken werden die Beschäftigten getestet und haben ihr Ergebnis schnell zurück. In anderen Bereichen der Gesundheitsversorgung und der sozialen Dienste wie z.B. Pflegeheimen, ambulanten Diensten, Kitas und Einrichtungen der Behindertenhilfe wird deutlich zu wenig getestet“, schildert sie die Lage in der Region.

    Mitbestimmung einhalten!

    Besonders wichtig ist den ver.di Vertretern die Mitbestimmung der Betriebs- und Personalräte bzw. der Mitarbeitervertretung. „Manche Geschäftsführer glauben, nun alles alleine entscheiden zu können“, kritisiert Bernhard Bytom, „aber die Mitbestimmung der Mitarbeitervertretung ist weiterhin in Kraft.“ Kamran Salimi  ergänzt, dass es in den Einrichtungen, in denen die Betriebs und Personalräte und die MAVen im kirchlichen Bereich beispielsweise auch in den Krisenstäben integriert sind, deutlich besser laufe. Deshalb müssten jetzt Betriebs- und Personalräten alle nötigen Mittel zur Verfügung gestellt werden. „Ich habe kein Verständnis, wenn zum Beispiel den Gremien keine Telefonkonferenzen zur Verfügung gestellt werden. Rechtlich sind diese ja nun möglich, nur manche Geschäftsführer verweigern die Kostenübernahme“, schildert der Gewerkschafter aus dem Fürther Klinikum seine Informationen aus anderen Kliniken bzw. aus der Fachkommission Krankenhäuser von ver.di Bayern.

    Reinigungspersonal aufstocken

    ver.di fordert zudem mehr Reinigungspersonal. „Wirft man einen Blick auf das Reinigungspersonal der Kliniken und Pflegeeinrichtungen der Region, stellen wir fest, dass sich das Arbeitspensum erhöht und die Beschäftigten unter enormen Zeitdruck stehen, so dass die Reinigung nach Hygienestandards gefährdet ist. Gerade im Krankenhausbereich ist Hygiene von fundamentaler Bedeutung, nicht nur in Zeiten von Corona. Das muss sich schnell und dauerhaft ändern,“ fordert Tanja Kirchner, die wie Bytom Gewerkschaftssekretärin bei ver.di Mittelfranken ist und u.a. für mehrere Krankenhäuser und deren Servicegesellschaften zuständig ist. „Auch hier braucht es nach der Krise ein Überdenken der durch Outsourcing und Tarifflucht gekennzeichneten Sparpolitik,“ so die Gewerkschafterin.