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    Zum "Tag der Pflege" in Fürth und Erlangen ...

    Zum "Tag der Pflege" in Fürth und Erlangen ...

    13.05.2020
    Tag der Pflege  - Klinikum Fürth ver.di Tag der Pflege - Klinikum Fürth
    Tag der Pflege - Uniklinikum Erlang ver.di Tag der Pflege - Uniklinikum Erlangen

    So sah es am Internationalen Tag der Pflege am 12.05.2020 mittags beim Klinikum Fürth und am Uniklinikum Erlangen aus.

    Aktive der Ver.di – Betriebsgruppen hatten mit großen Transparenten öffentlichkeitswirksam auf die Systemrelevanz der Gesundheitsberufe hingewiesen.

    „Auch schon vor der Corona-Pandemie war klar, dass die beruflich Pflegenden und die Arbeit im Gesundheits- und Sozialwesen systemrelevant sind. Wir freuen uns über die derzeitige öffentliche Anerkennung, wichtiger ist es aber, dass die richtigen Lehren aus der Krise gezogen werden“, so Bernhard Bytom, Gewerkschaftssekretär im Bezirk Mittelfranken. „Wir erleben, dass die Arbeit im Gesundheits- und Sozialwesen durch die Folgen der Ökonomisierung massiv erschwert wird. Dies sind die Konsequenzen einer jahrzehntelangen verfehlten Politik.“ Daher macht ver.di unter dem Motto „Wir sind systemrelevant“ am Internationalen Tag der Pflege auf die Bedeutung des Gesundheits- und Sozialwesens in mehreren Einrichtungen in Mittelfranken aufmerksam.

    „Die Profis im Gesundheits- und Sozialwesen meistern eine noch nie dagewesene Krise. Es geht nicht um Held*innen, sondern um professionell tätige Fach- und Hilfskräfte in einem gesellschaftlich sensiblen und systemrelevanten Bereich. Angesichts der Leistung und der Risiken, die von den Beschäftigten getragen werden, ist die Forderung nach einer Aufwertung der Berufe mehr als gerechtfertigt“, meint Kamran Salimi, stv. Personalratsvorsitzender und Mitglied der Ver.di-Betriebsgruppe am Klinikum. „Nur so werden die gewaltigen Herausforderungen, etwa der demographischen Entwicklung, zu bewältigen sein. Eine jahrzehntelang verfehlte und auf Effizienz und Wettbewerb getrimmte Gesundheits- und Sozialpolitik muss der Bedarfsorientierung weichen. Die Gesundheitsversorgung und das Sozialwesen gehören zum Kern der öffentlichen Daseinsvorsorge – und dürfen als solche nicht der Marktlogik überlassen werden“, so der Gewerkschafter.

    Fürth: Stadtspitze soll 3 * 500 € Prämie  beschließen

    Am Klinikum Fürth wurde mit dem Transparent und mit Textilaufklebern mit der Aufschrift „Wir sind systemrelevant“ auf die Bedeutung aller Bereiche der Gesundheitsversorgung aufmerksam gemacht. Aber auch das Klinikum als Arbeitgeber und die Stadtspitze sollen damit in die Pflicht genommen werden, meinen die Gewerkschafter. So sei für das Klinikum vor einigen Tagen der Vorstand und Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung in einem gemeinsamen Offenen Brief von Ver.di und dem Personalrat aufgefordert worden  allen Beschäftigten einschließlich der Auszubildenden eine Corona-Prämie in Höhe von 3x500 Euro monatlich zu zahlen, als Anerkennung für die besonderen Belastungen und die besonderen Leistungen während der Pandemie. Zwischenzeitlich gibt es auch bereits eine Antwort von der Kämmerin Fr. Dr. Ammon, in der sie darauf verweist, dass der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) darüber im Juli entscheiden müsse. Dies stößt auf völliges Unverständnis bei den Gewerkschaftern.

    Sie fürchten, dass die Stadtspitze damit zunächst auf Zeit spielt um dann wg. der Kosten im Schutz der Herde aller KAV-Mitglieder die Zahlung abzulehnen, statt sofort ein deutliches Signal der Anerkennung und des Dankes zu setzen. Auch deshalb hat die Ver.di-Betriebsgruppe den 12. Mai, den Tag der Pflege genutzt, um damit die Enttäuschung der Beschäftigten über das Verhalten der Stadtspitze auszudrücken und um ihren Forderungen noch einmal Nachdruck zu verleihen.  „Wir werden nicht lockerlassen. Damit Politiker und Arbeitgeber nicht vergessen, wie wichtig sie uns in der akuten Krise fanden, die längst noch nicht überwunden ist. Wir waren, sind und bleiben systemrelevant“, so Christian Gabler von der ver.di Betriebsgruppe und Personalratsmitglied.

    Erlangen: Petition an die Staatsregierung

    Die Beschäftigten des Universitätsklinikums Erlangen sind besonders von den zusätzlichen Belastungen durch die Corona-Pandemie betroffen. Bereits am 30.4. hat ver.di daher die Leitung des Uniklinikums aufgefordert, allen Beschäftigten dort eine Corona-Prämie von 500 Euro monatlich zu zahlen, bislang ohne Antwort. „Bei der von der bayerischen Staatsregierung auf den Weg gebrachten Corona-Prämie handelt es sich nur um eine Einmalzahlung, die zudem auf Pflegekräfte beschränkt bleibt. Die Arbeit im Krankenhaus ist aber Teamarbeit, die auf dem Zusammenspiel der verschie-denen Berufsgruppen basiert. Wir fordern daher, dass alle Berufsgruppen ohne Aus-nahme eine Prämie erhalten,“ sagt ver.di Vetrauensfrau Ines Meissner.
    „Zur Bewältigung der Corona –Pandemie ist der Gesundheitsschutz der Beschäftigten zentral. Daneben braucht es aber auch eine ernsthafte materielle Anerkennung. Diese Forderung wollten wir mit unserer heutigen Aktion am Eingang des internisti-schen Zentrums untermauern, dazu zeigen wir Banner und Aufkleber mit der Auf-schrift «Wir sind systemrelevant! » “ so Meissner weiter.

    Zum heutigen Tag der Pflege wurde von ver.di Vertrauensleuten an den bayerischen Unikliniken außerdem eine Petition an die bayerische Staatsregierung gestartet. „Wie in Erlangen haben auch die anderen Unikliniken die Forderung nach einer echten Corona- Prämie nicht erfüllt. Deshalb sammeln wir jetzt Unterschriften und wenden uns gemeinsam an die Regierung. Neben einer Corona-Prämie von 500 Euro monat-lich für alle Beschäftigten an den Unikliniken geht es dabei um ein angemessenes Be-treuungsverhältnis auf den von Corona-Patienten betroffenen Stationen und um eine zusätzliche Pause für die Beschäftigten, die in Infektionsschutzkleidung arbeiten müs-sen. Der Gesundheitsschutz für die Beschäftigten ist ein wichtiger Schlüssel um die Pandemie erfolgreich bewältigen zu können“, erläutert Verena Hofbauer, die auch zu den Initiatorinnen der Petition gehört.