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    12.12.2013: ver.di fordert AWO Fürth zur Rückkehr in die Tarifbindung …

    12.12.2013: ver.di fordert AWO Fürth zur Rückkehr in die Tarifbindung auf

    13.12.2013
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    AWO Kreisverband Fürth-Stadt e.V.:

    Ver.di fordert Vorstandschaft auf notfalls ge-gen die Vorsitzende Karin Hirschbeck die Wiederherstellung der Tarifbin-dung zu beschließen – nur so sei das Vertrauen der Belegschaft in den Vorstand wiederherstellbar

     

    Nachdem bereits auf der Betriebsversammlung des AWO Kreisverbandes am 10.12. seitens der Arbeitnehmervertreter deutliche Worte in Richtung Vorstandschaft gerichtet worden waren, wendet sich die Gewerkschaft ver.di jetzt auch mit einem offenen Brief von Gewerkschaftssekretär Bernhard Bytom und dem Betriebsratsvorsitzenden Thomas König für die ver.di-Betriebsgruppe an die AWO. Darin heißt es u.a.:

    „Früher war der AWO Kreisverband uns als Gewerkschaft oft sogar ein verlässlicher Bündnispartner, wenn es darum ging, Tarifgerechtigkeit, gerechte Bezahlung und Solidarität für alle AWO-Beschäftigten durchzusetzen. Da machte ein Fürther AWO Kreisvorsitzender schon mal seinen Einfluss innerhalb des Arbeitgeberverbandes der AWO geltend und sorgte dafür, dass Positionen, die mit dem Leitbild der AWO nicht kompatibel sind und auf Tarifflucht oder Spaltung der Belegschaften bei der Höhe der Vergütungserhöhungen hinausliefen, arbeitgeberverbandsintern nicht mehrheitsfähig wurden.

    Heute ist das komplett anders. Da hat sich der AWO-Kreisverband Fürth offensichtlich an der Seite der Rädelsführer im Arbeitgeberverband positioniert. Dass der AWO Kreisverband Fürth nach mehr als einem Jahr noch immer nicht wieder in die volle Tarifbindung zurückgekehrt ist, liegt in der Verantwortung des Vorstandes, insbesondere von Frau Hirschbeck. Ebenso, dass heute überhaupt so viele AWO-Gliederungen nicht mehr in der vollen Tarifbindung sind, hat sie zumindest mit angestachelt, und das angeblich wg. einer Einmalzahlung i.H.v. 135,- € nur für ver.di –Mitglieder, dem sog. ver.di-Bonus!? Wer`s glaubt!

    Wir erleben nun seit 2007 die AWO Tarifverhandlungen in Bayern Jahr für Jahr mit, und sagen Ihnen, dass wir das mittlerweile nicht mehr glauben.

    Vielmehr geht es vielen AWO-Arbeitgebern mittlerweile darum, nicht mehr allen Beschäftigten eine gleich hohe Vergütungserhöhung zukommen lassen zu müssen, sondern sie wollen auf Biegen und Brechen die Spaltung der Belegschaften durchsetzen. Da ist ein tarifloser Zustand einfach strategisch betrachtet eine gute Ausgangsposition, denn sie mei-nen wohl, dass wir zur Wiederherstellung der Tarifbindung jede Schweinerei mitmachen müssen.

    Anders können wir uns die Haltung vieler AWO-Gliederungen, auch die des KV Fürth mittlerweile nicht mehr erklären. Wir waren im Januar 2013 noch zu einem vielversprechenden Gespräch eingeladen worden, an dem für die Arbeitgeberseite damals Frau Hirschbeck, Herr Vath und Herr Weißfloch teilgenommen hatten. Die Signale waren damals noch so, dass wir davon ausgehen konnten, dass sich der AWO KV Fürth arbeitge-berverbandsintern für eine baldige Rückkehr in die volle Tarifbindung einsetzen würde und falls die anderen mittelfränkischen AWO-Gliederungen an ihrer Tarifflucht festhielten, dann eben im Alleingang wieder zurückzukehren. Außerdem hat sich die Arbeitgeberseite deutlich für eine Beibehaltung des Gleichklanges bei der Vergütungserhöhung zwischen Fachkräften und Nichtfachkräften ausgesprochen. Nichts von dem wurde eingelöst. Stattdessen sind die Tarifflüchtigen heute noch immer ohne Tarifbindung, auch der Kreisverband Fürth, der zwar paradoxerweise die Tariferhöhungen des letzten Jahres ohne wenn und Aber bezahlt hat, aber nicht den Mut hatte wieder Vollmitglied im AGV zu werden und sich so alle Möglichkeiten offen hält, was die Anwendung oder Nichtanwendung des diesjährigen Tarifabschlusses angeht.

    Ob es einen solchen überhaupt gibt, steht derzeit in den Sternen, ein Ergebnis ist nicht in Sicht.

    Lassen Sie sich an dieser Stelle noch einmal vor Augen führen, wie ernst die Situation diesmal wirklich ist. Wir wollen Ihnen die Details der einzelnen Verhandlungsrunden er-sparen. Lassen Sie uns lieber über das große Ganze reden:

    Die Arbeitgeberseite will diesmal die dauerhafte Spaltung der Belegschaft in Fachkräfte und Nichtfachkräfte mit der Brechstange durchsetzen. Während Fachkräfte am Ende der Laufzeit insgesamt eine Vergütungserhöhung von 2,8 % erhalten sollen, soll es für Pflegehelferinnen, Reinigungsfrauen, Küchenhilfen etc. nur 2,1 % tabellenwirksam geben. Wir vermissen hier die klaren Worte, die ein AWO-Kreisverband Fürth früher zu so einer Arbeitgeberposition gesagt hätte. Diesmal gibt es kein Wort der Kritik, kein Mahnen, offensichtlich nur schweigende Duldung oder gar stille Zustimmung.

    Wir appellieren an Sie als die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder diese Haltung des Arbeitgeberverbandes nicht länger zu akzeptieren, sondern sich wieder für eine Tarifpartnerschaft stark zu machen, die alle an einer gerechten Einkommensentwicklung teilhaben lässt und akzeptiert, dass auch Reinigungskräfte und Pflegehilfskräf-te, Küchenhilfen und Betreuungskräfte am Erfolg des Unternehmens beteiligt sind. Es geht nicht, dass man als Sozialverband einerseits zu Recht sagt, dass gerade kleine und mittlere Einkommen unter der Steigerung von Mieten, Heizkosten, Grundnahrungsmitteln u.s.w. leiden und dann als Arbeitgeber aber die eigenen Leute spaltet und an den am we-nigsten Verdienenden spart.

    Um im Arbeitgeberverband wieder gleichrangig mitreden zu können und gehört zu werden ist es aber notwendig wieder Vollmitglied zu werden und so die unmittelbare Tarifbindung wiederherzustellen. Wir appellieren deshalb auch an Sie diesen Schritt umgehend zu tun, notfalls auch gegen den Willen der derzeitigen 1. Vorsit-zenden, die offensichtlich für etwas anderes steht. Nur so ist das verloren gegangene Vertrauen der Belegschaft in den Vorstand wieder herzustellen!

    Unabhängig davon werden wir uns aber nicht darauf verlassen, dass wir diesen Beistand von Ihnen bekommen und wenn doch, dass er zu einem Einlenken der Falken im Arbeitgeberverband führt.

    Wir müssen und werden den Widerstand gegen diese Art von Tarifpolitik selbst in die Hand nehmen und in den nächsten Wochen eine Unterschriftenaktion, und im Januar zu einer Aktionswoche aufrufen, in der wir öffentlichkeitswirksame Aktionen durchführen, z. B., eine erneute ROTE-Karte-Aktion. Damit hoffen wir, dass wir für die 4. Verhandlungs-runde am 3. Februar von den Kolleginnen und Kollegen so viel Rückenwind bekommen, dass wir die Arbeitgeberseite noch einmal umstimmen können.

    Wenn das nicht gelingt, haben wir nach dem 3. Februar nur noch die Möglichkeit mit den Kampfmitteln, die einer Gewerkschaft zur Verfügung stehen, das Blatt zu zu wenden.