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    08.10.2020 - Warnstreik am Klinikum Nürnberg und Nürnberg Stift

    08.10.2020 - Warnstreik am Klinikum Nürnberg und Nürnberg Stift

    07.10.2020
    Streik-Logo ver.di Streik

    Nürnberg, den 7.10. 2020

    Morgen Warnstreiks am Klinikum Nürnberg und NürnbergStift

    Streikdemonstration ab 8 Uhr vom Nordklinikum zu Rathaus und Gesundheitsministerium.

    Zur Notdienstvereinbarung konnte auch am Klinikum Nürnberg eine Einigung erzielt werden. „Die Behandlung von Notfällen und die laufenden Therapien der Krebspatienten hätten wir auch ohne eine Einigung mit der Klinikleitung sichergestellt und auch weitere besonders sensible Bereiche vom jeglichen Streikmaßnahmen ausgeschlossen. In zähen Verhandlungen und Dank des massiven betriebsinternen und öffentlichen Drucks auf den Vorstand des Klinikums konnten wir uns nun doch mit der Klinikleitung auf eine Notdienstvereinbarung verständigen, welche die Patientenversorgung sicherstellt und zugleich das Streikrecht ermöglicht.“ sagte ver.di Gewerkschaftssekretär Martin Schmalzbauer.

     Die von der Klinikleitung erhobenen Vorwürfe kann die Gewerkschaft nicht nachvollziehen. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden am Klinikum wochenlang Operationen abgesagt und Bettenkapazitäten reduziert. Nun geht es darum, dies nur an einzelnen Streiktagen zu tun. Diese sind alternativlos, da die Arbeitgeber die systemrelevanten Klinikbeschäftigten derzeit mit einer Nullrunde über drei Jahren abspeisen wollen. ver.di fordert für die rund 2,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent bzw. einen Mindestbetrag von 150 Euro monatlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 100 Euro monatlich angehoben werden. Die besonderen Themen des Gesundheitswesens und der Pflege werden an einem eigenen Verhandlungstisch eingebracht. Es bleibt eine politische Entscheidung, für wen und für was Geld da ist.

    „In der Klinikrealität ist es nicht der Streik, sondern der Normalzustand, der Patientinnen und Patienten gefährdet. Die Forderungen nach besseren Löhnen und Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern nutzen dabei der gesamten Bevölkerung, wie es der Slogan der Krankenhausbeschäftigten 'Mehr von uns ist besser für Alle!' zum Ausdruck bringt. Neben dem Streik für die Tarifforderungen werden die Teilnehmenden daher bei der Abschlusskundgebung am Gesundheitsministerium auch mit einer spektakulären Performance an die bereits bei der Kundgebung am 30.9. dort präsentierten Forderungen nach Verbindlichen Vorgaben für genug Personal und einer bedarfsgerechten Finanzierung für Krankenhäuser und Altenpflegeeinrichtungen erinnern.“ ergänzte ver.di Gewerkschaftssekretärin Joana Terborg.

    Bei einer Zwischenkundgebung am Rathaus werden die Streikenden die Stadt Nürnberg auf ihre Verantwortung für die Beschäftigten von NürnbergStift und Klinikum und OB König auch an das Versprechen erinnern, die Servicegesellschaft des Klinikums wiedereinzugliedern. Auch in der kommunalen Altenpflege ist eine hohe Streikbeteiligung zu erwarten. Der Notdienst wurde hier einvernehmlich als Sonntagsbesetzung geregelt.