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    Streik: „Wie wertvoll sind die Werte von H&M?“

    Streik: „Wie wertvoll sind die Werte von H&M?“

    27.05.2019
    Streik-Logo ver.di Streik

    PRESSEMITTEILUNG

     H&M Beschäftigte zeigen über das miserable Angebot der Arbeitgeber in der Tarifrunde ihre Enttäuschung.

     „Wie wertvoll sind die Werte von H&M?“

     

    Nürnberg, etwa 300 Streikende werden aus Erlangen, Nürnberg, Würzburg, Schweinfurt, Bamberg und München zur Kundgebung in Nürnberg erwartet.

    Nach enttäuschenden Angeboten der Arbeitgeber im bayerischen Einzel- und Versandhandel treffen sich H&M Beschäftigte zu einer gemeinsamen Kundgebung in Nürnberg vor dem H&M Area Büro in der Karolinenstrasse.

    Mit ihrem Engagement wollen sie mehr Bewegung in die Tarifverhandlungen bringen und Ihren Forderungen von 1 Euro mehr in der Stunde bei Lohn und Gehalt, einer Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro im Monat und der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge im Einzelhandel Nachdruck verleihen.

    Sie wollen aber auch auf die Arbeitsbedingungen der H&M Beschäftigten aufmerksam machen. Filialschließungen, Personalabbau, gesundheitsschädliche Flexibilisierung und schlechte Personalführung stehen im krassen Gegensatz zu den von H&M propagierten Unternehmenswerten. Die Beschäftigten stellen sich die Frage wie wertvoll sie für H&M tatsächlich sind. „Wir sind ein Team“, ist der oberste Grundsatz der H&M Werte, die Beschäftigten halten das für blanken Hohn angesichts der Filialschließungen im Konzern ohne Weiterbeschäftigung anderenorts. Sie fragen sich, auf welch instabilen Fundament die H&M Werte, der sogenannte H&M Spirit, gebaut ist, wenn ein weiterer Wert „Wir glauben an den Menschen“ mit Existenzvernichtung einhergeht.

     

    Presseinformation:

    Versammlung ab 10:30 Uhr, CVJM Kornmarkt 6, Nürnberg

    Demonstrationszug ab ca. 11:30 Uhr

    Bildgebende Aktion ca. 11:50 Uhr, Karolinenstrasse, Nürnberg

    Hintergrundinformation:

    Aufgerufen werden:

    • H&M Karolinenstraße, Nürnberg
    • H&M Arkaden, Erlangen
    • H&M Schweinfurt, Georg-Wichtermann-Platz
    • H&M Würzburg, Schönbornstraße
    • H&M Bamberg, Grüner Markt
    • H&M Rosenheim
    • H&M München, OEZ
    • H&M München, PEP
    • H&M München, Kaufingerstraße 18
    • H&M München, Kaufingerstraße 24
    • H&M München, Kaufingerstraße 26

     

    Im Einzel- und Versandhandel in Bayern arbeiten ca. 535.000 Beschäftigte, davon sind ca. 300.000 Beschäftigte vom Tarifvertrag betroffen.

     

    Ver.di fordert für die vom Tarifvertrag betroffenen Beschäftigten im bayerischen Einzel- und Versandhandel 1 Euro mehr in der Stunde bei Lohn und Gehalt. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 100 Euro im Monat angehoben werden. Im Kampf gegen prekäre Beschäftigung und dem dramatischen Verdrängungswettbewerb im Einzelhandel will die Gewerkschaft mit der Allgemeinverbindlichkeit der existenzsichernden Tarifverträge im Einzelhandel Beschäftigte schützen und verbindliche Regeln für alle Konzerne und Unternehmen erreichen.

     

    In einer breiten Beschäftigtenbefragung im bayerischen Einzelhandel, an der sich knapp 4.000 Beschäftigte beteiligt hatten, haben 46 % angegeben, ihr Arbeitseinkommen reicht nicht aus und 49 % der Aussage zustimmen, ihr Arbeitseinkommen reiche gerade so zum Leben aus. Ebenfalls antworten 60 % mit einem klaren „Nein“ auf die Frage, ob ihre Renten zum Leben reichen wird. Weitere 35 % antworten auf diese Frage mit einem „eher Nein“.

     

    In der ersten Tarifverhandlung am 14.05.2019 in München haben die Arbeitgeber ab 1. Mai 2019 1,5 % mehr und in 2020 weitere 1 % Entgelterhöhung angeboten. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages soll 24 Monate betragen. Die Forderung nach einer Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge im Einzelhandel lehnten die Arbeitgeber kategorisch ab.