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    Nutzungsrechte an Bildern und Grafiken anständig vergüten

    Nutzungsrechte an Bildern und Grafiken anständig vergüten

    25.07.2018

    „Honorarfrei: ein Skandal!“


    Öffentliche Hände bekommen durch kleine Preisgelder umfassende Nutzungsrechte für Bilder oder Grafiken /

    ver.di-dju fordert: Nutzungsrechte anständig vergüten

    Nürnberg/ Fürth, 19. Juli 2018

    Gute Arbeit – gutes Geld: Fotografinnen wie Textreporter müssen von ihrer täglichen
    Arbeit ein gutes Auskommen haben, egal, ob sie angestellt sind oder freiberuflich arbeiten.
    Die Deutsche Journalistinnen- und Journalistenunion in ver.di (dju) fordert deshalb
    nicht nur im aktuellen Tarifkampf an Tageszeitungen faire Bezahlung.
    Für Heinz Wraneschitz vom Landesvorstand der dju in Bayern ist es deshalb „ein Skandal,
    dass gerade die öffentliche Hand immer wieder mit zweifelhaften Methoden an
    Bilder oder Grafiken kommt. Die können sie dann auf ewig honorarfrei nutzen.“

    Der Trick:

    Gemeinden oder Behörden loben Wettbewerbe aus, bei denen den Siegern
    Preisgelder winken. „Doch die Bewerber, die leer ausgehen, sind oft am Ende die
    Dummen“, schimpft Wraneschitz. Aktuelles Beispiel: >Fürths schönste Seiten. Ein offener
    Fotowettbewerb, um den ganz persönlichen Lieblingsort oder eine besondere
    Impression der Stadt fotografisch festzuhalten, um sie einer großen Öffentlichkeit zu
    präsentieren< ist das laut Prospekt. 40 der eingereichten Werke werden öffentlich gezeigt.
    Die ersten Drei zusammen bekommen 1500 Euro Preisgeld, weitere Sieben „attraktive
    Sachpreise“. Aber nicht nur die restlichen 30 Ausstellungs-Fotos bekommt der Veranstalter
    umsonst: Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer >überlassen der Stadt Fürth das
    Recht zur örtlich und zeitlich uneingeschränkten Nutzung und Veröffentlichung
    der Arbeiten.< Bei Veröffentlichungen werden sie >namentlich als Urheber genannt,
    Auf ein Nutzungshonorar habe ich keinen Anspruch. < Und zwar > ohne
    örtliche und zeitliche Beschränkung, auch in Bildteilen, Montagen und Verfremdungen<.
    Wer der Stadt diese Teilnahmebedingungen nicht per Unterschrift bestätigt,
    bleibt außen vor. „Alles rechtlich sauber“, heißt es aus dem Fürther Presseamt.
    „Es könnte also sein, dass bald ein Stadtplakat mit einem Wettbewerbsfoto entsteht,
    für das der Autor keinerlei Honorar bekommt. Doch von dem Werbeeffekt seines klein
    gedruckten Namens kann er nicht leben“, sagt dju-Landesvorstandsmitglied Heinz
    Wraneschitz. Dem es im Übrigen ganz egal ist, ob die Fotografen Profis oder Amateure
    sind: „Gute Arbeit – gutes Geld. Das gilt für alle Kreativen. Und nicht nur für Fürth,
    sondern überall in dieser Republik.“

    Dass die Fürther ihr Feierjahr gar „Das Stadtjubiläum 2018 für kreative Köpfe“ nennen,
    ist für den ehrenamtlichen dju-Funktionär „fast schon unverschämt. Die Verantwortlichen
    fordern Kreativität – aber kosten darf Kunst und Kultur offensichtlich nichts.“
    PS: Zwar ist im aktuellen Wettbewerb des Spielzeugmuseums der Stadt Nürnberg von
    Honoraren gar keine Rede – aber auch nicht von einem Komplett-Rechte-Verschenken.
    >Der Einreicher überträgt die Nutzungsrechte zur Veröffentlichung der Fotos auf
    Print-, Web- und SocialMedia-Kanälen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit zur Ausstellung
    an die Museen der Stadt Nürnberg. < Wraneschitz: „Es geht also anders. Man
    muss nur wollen.“