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    Streik in Ansbacher Kliniken am 15.10.2020

    Streik in Ansbacher Kliniken am 15.10.2020

    14.10.2020
    Streik-Logo ver.di Streik

    15.10.2020: Warnstreik beim Bezirksklinikum Ansbach und bei ANREGIOMED. »Berufe im Gesundheitswesen attraktiv machen!«

     
     

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft die Beschäftigten vom BKH Ansbach und von ANREGIOMED zu einem Warnstreik auf. »Gerade noch wurde den Beschäftigten in der öffentlichen Daseinsvorsorge und speziell im Gesundheitswesen für ihre Leistung in der Corona-Pandemie applaudiert. Doch bei den Tarifverhandlungen wollen die Arbeitgeber von Aufwertung und Anerkennung nichts mehr wissen – das passt nicht zusammen«, kritisierte Bernhard Bytom, Gewerkschaftssekretär bei ver.di in Mittelfranken. Deshalb machen die Beschäftigten der beiden Kliniken am Donnerstag Druck für ihre Tarifforderungen.

     

    Ver.di fordert für alle 2,3 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen eine Lohnerhöhung von 4,8 Prozent, mindestens 150 Euro und die Anhebung der Azubi-Vergütung um 100 Euro. Außerdem erwarten die Beschäftigten Entlastung durch zusätzliche freie Tage und die Angleichung der Arbeitszeiten im Osten an das westdeutsche Niveau. »Unsere Forderungen und Erwartungen sind moderat und berücksichtigen diese besondere Zeit«, betonte Bytom. »Entgelterhöhungen sind nicht nur aus Sicht der Betroffenen nötig. Sie sind auch wichtig, um die Kaufkraft und damit die Konjunktur anzukurbeln. Es wäre völlig falsch gegen die Krise anzusparen – auch in der Tarifpolitik.«

     

    Für das Gesundheitswesen führen die Tarifparteien zusätzliche Gespräche, um die spezielle Situation in den Blick zu nehmen. Ver.di erwartet unter anderem eine Pflegezulage von 300 Euro, eine bessere Bezahlung im Öffentlichen Gesundheitsdienst und die Begrenzung der Arbeitszeit im Rettungsdienst auf 45 Stunden pro Woche. Zudem sollen die Versprechen aus der letzten Tarifrunde umgesetzt werden, auch im Gesundheitswesen die Pausen in Wechselschicht auf die Arbeitszeit anzurechnen und den Samstagszuschlag auf 20 Prozent anzuheben. »Diese Verbesserungen sind dringend nötig, um die Berufe im Gesundheitswesen attraktiv zu machen«, erklärt Bytom. »Nur so können in Zukunft genug Arbeitskräfte für diesen so wichtigen Bereich gewonnen und gehalten werden.«

     

    Vor wenigen Tagen kamen lt. Gabi Bäuerlein von der ver.di-Betriebsgruppe bei ANREGIOMED und dortige Personalratsvorsitzende in Berlin die Gesundheitsministerinnen und -minister des Bundes und der Länder zusammen und wurden Adressaten einer Foto-Petition, in der sich tausende Krankenhausbeschäftigte, darunter auch viele aus dem BKH Ansbach und von ANREGIOMED für gute Rahmenbedingungen einsetzen. Sie fordern verbindliche Vorgaben für genug Personal und eine bedarfsgerechte Finanzierung statt Pauschalen. Die Petition wurde Bundesminister Jens Spahn (CDU) und seinen Länderkolleginnen und -kollegen in Berlin übergeben. »Die Einführung bedarfsgerechter Personalstandards in den Krankenhäusern ist überfällig«, sagte Bäuerlein. »Mit der von Deutscher Krankenhausgesellschaft, Deutschem Pflegerat und ver.di entwickelten PPR 2.0 liegt ein Personalbemessungsinstrument für die Pflege auf dem Tisch, das nun endlich auf den Weg gebracht werden muss.«

     

    Auch an die vielfach unerfüllte Forderung von Ver.di nach einer Corona-Prämie als Anerkennung für die besonderen Belastungen und die besonderen Leistungen während der Pandemie erinnert Svenja Gruschkus von der ver.di Betriebsgruppe am BKH und Personalratsmitglied  in diesem Zusammenhang.

    „Wie befürchtet“ verstecken sich ihrer Meinung nach Arbeitgeber und Politik hinter dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) und lehnen die Zahlung unter Hinweis auf eine fehlende Rechtsgrundlage und fehlende finanzielle Ressourcen für die meisten Beschäftigten ab, statt ein deutliches Signal der Anerkennung und des Dankes zu setzen. "Lediglich ein kleiner Teil der Pflegekräfte und nahezu niemand der ebenfalls sehr belasteten anderen Beschäftigten im Gesundheitswesen erhalten den Bonus. Auch deshalb werden voraussichtlich viele Beschäftigte dem Aufruf folgen um damit ihre Enttäuschung über das Verhalten von Politik und Arbeitgebern auszudrücken, und weil es eine gute Gelegenheit ist sich für die überfällige Anerkennung, die auf freiwilliger Basis verweigert wird, in Form von dauerhaft besseren Arbeits- und Einkommensbedingungen einzusetzen.  „Wir werden nicht lockerlassen. Damit Politiker und Arbeitgeber nicht vergessen, wie wichtig sie uns in der akuten Krise fanden, die längst noch nicht überwunden ist. Wir waren, sind und bleiben systemrelevant“, so Gruschkus.

     

     Bei der Auftaktkundgebung am Stadthaus (Martin-Luther Platz) am Do, 15.10.2020 um 8:00 Uhr, während der anschließenden Demonstration zum Bezirksrathaus und bei der dort stattfindenden Schlusskundgebung von 9:15 Uhr bis 10:00 Uhr werden diese Themen zur Sprache kommen. Die Hygieneregeln werden beachtet. Die Aktion eignet sich zur Bildberichterstattung.