Pressemitteilungen

    Warnstreik Erzieher*innen am 11./12.05.2022

    Warnstreik Erzieher*innen am 11./12.05.2022

    10.05.2022
    Impressionen vom Streik der Beschäftigten im Kita und Ganztag in Hamburg am  4.5.2022 ver.di Hamburg Streik in Kita und Ganztag  – Impressionen vom Streik der Beschäftigten im Kita und Ganztag in Hamburg am 4.5.2022

    Presseinformation, 9. Mai 2022
    „Die Qualität geht baden!“


    In der Tarifrunde im Sozial- und Erziehungsdienst bewegt sich nach Aussage der Gewerkschaft ver.di der Arbeitgeberverband (VKA) nicht. ver.di ruft deshalb in der Woche vor dem nächsten Verhandlungstermin am 11. und 12. Mai zu Warnstreiks auf.
    „Für die Beschäftigten in der Sozialarbeit, in den Kitas und den Betreuungsreinrichtungen für behinderte Menschen sind die Reaktionen der öffentlichen Arbeitgeber nach den letzten Aktionen und Streiktagen in keinster Weise nachvollziehbar“, be-richtet Katja Klose-Harrer, ver.di-Gewerkschaftssekretärin in Mittelfranken. „Die Arbeitgeber haben sich in wichtigen Forderungen nicht bewegt. Entlastung und Auf-wertung sind aber zwingend erforderlich. Es kann kein »weiter so« geben. Die Arbeitgeber provozieren damit weitere Streiks, die Beschäftigte und Gewerkschaft gerne verhindert hätten“, ergänzt Klose-Harrer.
    „Unter den aktuellen Arbeitsbedingungen leiden die Beschäftigten sehr. In unserem Bereich heißt es jetzt schon: Come in and burn out. So kann es nicht weitergehen. Aber auch unsere Schutzbefohlenen, die Kinder, Jugendlichen und betreuten Menschen leiden unter den aktuellen Bedingungen. Zu wenig Zeit, zu wenig Personal und zu viel zu tun.“, so Magdalena Dürr, Erzieherin bei der Stadt Nürnberg. „Die Qualität der Arbeit geht baden! Wir sind nur noch Verwahranstalten für unser Klientel. Deshalb machen wir am 11. Mai mit einer Aktion am Wöhrder See auf die Lage aufmerksam.“, so Verena Ene, Erzieherin und stellvertretende Leiterin eines Hauses für Kinder der Stadt Nürnberg weiter.
    „Die Arbeitsniederlegungen richten sich gegen die Ignoranz der öffentlichen Arbeitgeber“, betont Martin Schmalzbauer, Gewerkschaftssekretär bei ver.di Mittelfranken. Er stellt klar, dass die streikenden Kolleg*innen und ver.di die Angehörigen und Familien nicht treffen wollten. Adressaten sind klar die kommunalen Arbeitgeber in den Rathäusern, dort muss sich der Druck erhöhen. Ver.di tut alles, um die Auswir-kungen für Angehörige zu minimieren. „Die Verantwortung für die Eskalation tragen aber ganz klar einseitig die Arbeitgeber“, so Schmalzbauer. „Ein verhandlungsfähiges Anbebot der Arbeitgeber könnte weitere Streiks überflüssig machen.“
    Ver.di fordert u.a. Vor- und Nachbereitungszeiten, damit die Fachkräfte mehr Zeit für die pädagogische Arbeit mit den Kindern haben. Außerdem Zeiten, um Praktikantinnen und Praktikanten zu begleiten, einen Anspruch auf Weiterqualifizierung und die finanzielle Anerkennung der spürbar gestiegenen Herausforderungen und einen Ent-lastungsausgleich für Arbeiten mit zu wenig Personal. Die dritte Verhandlungsrunde findet am 16. und 17. Mai in Potsdam statt.
    Am 11. Mai ist die Auftaktkundgebung am Willy-Brand-Platz ein. Ab ca. 11:30 bis 12:30 Uhr wird es eine Transparent-Aktion auf dem Wöhrder See geben. Die Kundgebung findet am Café Strandgut statt mit gutem Blick auf die Aktion auf den Wöhrder See


    Pressevertreter*innen haben die Möglichkeit, Foto- und Filmaufnahmen während des Streiktages zu machen sowie O-Töne der Beschäftigten zu sammeln.

    Am 12. Mai findet ein bayernweiter Streiktag in München statt. Beginn ist 11:15 Uhr auf dem Marienplatz.