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    04.07.19: Beschäftigte im Handel fühlen sich provoziert

    04.07.19: Beschäftigte im Handel fühlen sich provoziert

    03.07.2019
    Streik-Logo ver.di Streik

    Nürnberg, 04.07.2019

    Beschäftigte im Handel fühlen sich provoziert.
    „Ohne uns kein Geschäft- wir bleiben hier!“
     

    Nürnberg, vor dem Hintergrund der laufenden Tarifrunden im bayrischen Handel streiken erneut am 04. Juli 2019 rund 250 Beschäftigte, um auf das Angebot der Arbeitgeber in den Verhandlungen zu reagieren. Unter dem Motto „Bei diesen Angeboten bleiben wir hier“, streiken die Beschäftigten des Groß- und Außenhandels, sowie des Einzel- und Versandhandels und zeigen ihre Enttäuschung über die Arbeitgeberangebote deutlich.

    „Wir wollen eine echte Entgelterhöhung und keinen Tropfen auf dem heißen Stein“, so Martin Lehr von Metro, „was wir für die Gesellschaft täglich leisten, dass sollen jetzt mal unsere Arbeitgeber selber machen, „wir bleiben hier und essen Eis, bis sich der Weg zur Arbeit lohnt!“

    „Diese Angebote machen für uns überhaupt keinen Sinn, so Sabine Nußel, „es bedeutet für uns eine Reallohnsenkung für die nächsten beiden Jahre.“

    „Wir erwarten eine Erhöhung die über der Preissteigerung liegt, oder soll ich zukünftig ein halbes Brötchen oder eine dreiviertel Wurst kaufen, damit ich es bezahlen kann?“, so Peter Gräbner von Metro.

    „Altersarmut ist jetzt in Nürnberg schon unübersehbar. Jeder hier kennt die älteren Damen, die sich die Pfandflaschen aus den Mülleimern der Fußgängerzone angeln, und alle hier wissen, dass diese Angebote der Arbeitgeber nicht gegen die zunehmende Gefahr der Altersarmut helfen“, so Gabriele Ziegler Gewerkschaftssekretärin ver.di Mittelfranken.

    Die Beschäftigten von Douglas streiken und demonstrieren und engagieren sich für die Anerkennung des Tarifvertrags bei Douglas. Sie erwarten existenzsichernde Tarifverträge, die die Beschäftigten schützen.

    Vernichtungs- und Verdrängungswettbewerb der Unternehmen zu Lasten der Beschäftigten wird hier betrieben“, das ist für Rita Wittmann Gewerkschaftssekretärin ver.di Mittelfranken ganz klar, „gegen prekäre Beschäftigung schützen nur Regeln, die für alle Konzerne und Unternehmen gelten, deshalb ist uns die Forderung nach der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge so wichtig.

     


    Presseinformation:

    Die Streikkundgebungen sind dezentral organisiert. Eine bildgebende Aktion wird ab ca. 10:30 Uhr auf dem Falkenturm -Frauentorgraben 3, Nürnberg zum Thema „Ohne uns kein Geschäft – wir bleiben hier!“ stattfinden.

     Hintergrundinformation:

     Aufgerufen werden:

     Metro Eibach Nürnberg
    Metro Buch Nürnberg
    Douglas Erlangen
    Douglas Nürnberg
    H+M Karolinenstraße Nürnberg
    H+M Erlangen
    Kaufland Dianaplatz Nürnberg 

     


     


    Im Einzelhandel in Bayern arbeiten ca. 535.000 Beschäftigte, davon werden ca. 300.000 Beschäftigte durch den Tarifvertrag erfasst.

     

    Im Vorfeld der Tarifrunde führte ver.di eine breite Beschäftigtenbefragung im bayerischen Einzelhandel durch, an der sich knapp 4.000 Beschäftigte beteiligt hatten. Dort haben 46 % angegeben, ihr Arbeitseinkommen reiche nicht zum Leben aus und 49 % stimmten der Aussage zu, ihr Arbeitseinkommen reiche gerade so zum Leben aus. Ebenfalls antworten 60 % mit einem klarem „Nein“ auf die Frage, ob ihre Rente zum Leben reichen wird. Weitere 35 % antworten auf diese Frage mit einem „eher Nein“.

     

    Die vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di fordert für die Beschäftigten im bayerischen Groß- und Außenhandel eine Entgelterhöhung von 6,5 % bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die Auszubildendenvergütung soll bei gleicher Laufzeit um 100 € angehoben werden.

    Die Arbeitgeber bieten 2 % für 2019 und 0,5% für 2020. Die Vergütung der Auszubildenden soll 2019 um 30 € und 2020 um 20 € steigen.