Selbstständige

    Die Kultur mit Füßen treten

    Die Kultur mit Füßen treten

    Unter diesem Motto lud der Selbstständigenrat ver.di Mittelfranken vor den Haupteingang des Rathauses ein.

    Die Aktion hat unmittelbar vor der Stadtratssitzung am Mittwoch, 22. Juli 2020 stattgefunden.

    Ziel war es den Stadtratsmitgliedern klar zu machen, dass die bisherigen Maßnahmen, zur Verbesserung der Lebenssituation von Solo-Selbstständigen in der Coronakrise, ein Tropfen auf dem heißen Stein waren und sie letztlich die Kultur mit Füßen treten.

    Der Stadtrat wurde aufgefordert, mit wirksamen Maßnahmen der finanziellen Not der „Solo-Selbständigen“ entgegenzuwirken. Die Stadtratsmitglieder sollen ihrer Verantwortung den Kulturschaffenden gegenüber bewusstwerden und somit letztlich auch einem Kultursterben in der geplanten Kulturhauptstadt Nürnberg entgegentreten.

    Mit dem sicht- und hörbaren Auftritt wurde auf die absolut prekäre Situation bei Kunstschaffenden, aber genauso bei unzähligen anderen Soloselbstständigen, von HundetrainerInnen bis zu YogalehrerInnen angespielt. Einige Betroffene haben ihre eigene – finanzielle wie berufliche - aktuelle Situation persönlich vorgestellt.

    Hintergrund: Die Corona-Hilfsmaßnahmen von Bund, Ländern, aber auch der Stadt Nürnberg laufen bei den meisten „Solos“ völlig ins Leere. Den wiederholten Verweis der Politik, sie sollten doch den „vereinfachten Zugang zur Grundsicherung beantragen“, besser bekannt als HartzIV, weisen betroffene Soloselbstständige schroff zurück.

    Die Bayerische wie die Bundesregierung fördern bislang mit wenigen Ausnahme nur laufende Betriebskosten von Unternehmen. Das Argument, dass Solo-Selbstständige kaum Betriebskosten haben, sondern im Wesentlichen zur Finanzierung ihres Lebensunterhalts arbeiten, ignorieren die Verantwortlichen bisher geflissentlich.