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    Februar 2021: Berufliche Integration von Migrant*innen in Deutschland

    Wissenswerte Informationen

    Februar 2021: Berufliche Integration von Migrant*innen in Deutschland

    Foto des ver.di- LMA Flyers: Anerkannt oder verkannt? ver.di Landesmigration Bayern Anerkannt oder verkannt


    Die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse steigert die Beschäftigungswahrscheinlichkeit von Einwander*innen nach einem Jahr
    um 17 Prozentpunkte und nach drei Jahren um 25 Prozentpunkte
    im Vergleich zu Personen, die keine Anerkennung ihres Berufsabschlusses beantragt haben.
    Dies zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Eine Anerkennung führe demnach sehr schnell zu positiven Arbeitsmarkteffekten und diese bleiben auch über die Zeit bestehen,
    so die Autor*innen.

    In aller Kürze im Überblick:

    • Migrant*innen können ihre im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen auf Gleichwertigkeit mit deutschen Abschlüssen in Verfahren zur Anerkennung von Berufs- und Hochschulabschlüssen überprüfen lassen.
    • Die Feststellung der Gleichwertigkeit ist Voraussetzung für den Zugang zu reglementierten Berufen. Aber auch in anderen Berufen bieten anerkannte Abschlüsse ein wichtiges Kriterium für Arbeitgeber, um die Qualifikation von Migrant*innen einzuschätzen.
    • Die Beschäftigungswahrscheinlichkeit von Migrant*innen, deren Abschlüsse anerkannt wurden, erhöht sich langfristig um rund 25 Prozentpunkte und ihre Verdienste steigen um rund 20 Prozent im Vergleich zu Personen, die keine Anerkennung beantragt haben.
    • Diese Effekte sind insbesondere auf einen Anstieg der Beschäftigung in reglementierten Berufen zurück zuführen. Aber auch in anderen Berufen steigen nach der Anerkennung sowohl die Beschäftigungschancen als auch die Verdienste.
    • Nach der Anerkennung von Abschlüssen schließt sich die Verdienstlücke zwischen einheimischen und eingewanderten Arbeitskräften.
    • Trotz der positiven Effekte beantragen nicht alle Migrant*innen eine Anerkennung.
      Die Gründe sind vielschichtig und deuten unter anderem auf Hindernisse beim Anerkennungsverfahren hin.

    IAB- Kurzbericht: http://doku.iab.de/kurzber/2021/kb2021-02.pdf

    Text: IAB: Herbert Brücker, Albrecht Glitz, Adrian Lerche und Agnese Romiti