Migranten und Migrantinnen

    Solidarität ist unsere Stärke

    Solidarität ist unsere Stärke

    Grafik von Landesfachbereich 3- Bayern Grafik & Layout: Landesfachbereich 3 Bayern Solidarität ist unsere Stärke

     

     

     

     

    Fremdenfeindlichkeit und rassistische Diskriminierung im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen?

    Das kann es nach dem gängigen (Selbst-)Bild weder in Krankenhäusern noch Altenpflegeeinrichtungen, weder in Hochschulen noch in der Forschung, wederin ambulanten und sozialen Diensten, dem Rettungsdienst oder der Weiterbildung geben! »Gibt es bei uns nicht«, so die meist vorschnelle Antwort. Hochschulen halten sich aufgrund der Internationalität von Forschung und Lehre vor Rassismus gefeit. 



    Generell scheinen öffentliche, freigemeinnützige oder kirchliche Träger im besonderen Maße davor geschützt, Ausgrenzung, Benachteiligung und Diskriminierung zu dulden. Rassistische Diskriminierung durchdringt sämtliche Lebensbereiche, also auch die Arbeitswelt. Sie kann von Vorgesetzten ausgehen, von diesen ignoriert oder befördert werden.

    Beschäftigte können Kolleg*innen oder anvertrauten Hilfsbedürftigen mit vorurteilsbeladenen Stereotypen begegnen. Rassismus kann aber auch von Migrant*innen ausgehen. Selbst Patient*innen, Bewohner*innen Klient*innen oder Studierende können sich rassistisch verhalten. Arbeitgeber und Betriebs-, Personalräte und Mitarbeitervertretungen sind gesetzlich verpflichtet, hier Diskriminierung und Rassismus sind im Gesundheitswesen eigentlich noch abwegiger als anderswo.

    Ein Jeder ist also gefragt, sich dieser Menschenfeindlichkeit entgegenzustellen. Wir sind als Betriebsräte und Gewerkschafter*innen im besonderen Maße aufgefordert, uns gegen Diskriminierung, Benachteiligung und Einschüchterung zu engagieren. Der Gesetzgeber hat uns hierzu auch Mittel an die Hand gegeben. Als aktiver Gewerkschafter weiß man, wo alltägliche Diskriminierung und politischer Rechtspopulismus hinführen.

    Wehret den Anfängen!« Volker Schmidt, Vorsitzender des Landesfachbereichsvorstandes Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen, Rosenheim Chance und Verpflichtung zugleich einzuschreiten – möglichst bereits präventiv tätig zu werden. Rechtsextreme und rechtspopulistische Parteien betreiben ihr Geschäft, indem sie auf Kosten von Minderheiten und des gesellschaftlichen Zusammenhalts an bestehenden Vorurteilen und Vorbehalten anknüpfen und diese schüren. Respekt und Vielfalt gehören zum Wesenskern einer demokratischen Gesellschaft und dem Selbstverständnis eines modernen Gesundheits- und Sozialwesens. Schon im Kleinen des Arbeitsalltags heißt es: »Wehret den Anfängen!«. Das Grundgesetz bestimmt die Würde des Menschen als unantastbar. In der medizinischen Ethik gelten das Wohlergehen des Menschen, das Verbot zu schaden und auf Selbstbestimmung der Patient*innen (Prinzip der Autonomie) als maßgebend. Diese zum Kodex sämtlicher Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen gehörenden Maximen sind mit Diskriminierung und Rassismus unvereinbar.

    Zur Ethik von Bildung gehört Respekt. Und dennoch kennen wir rassistisch oder menschenfeindlich motivierte Praktiken, welche andere erniedrigen, beleidigen, ausgrenzen oder sich gar gewalttätig äußern. Mehr noch als in anderen Branchen sind wir beruflichen Ansprüchen und ethischen Orientierungen verpflichtet, die es uns als selbstverständlich erscheinen lassen sollten, sich jedweden Formen der Diskriminierung entgegenzustellen. Wegsehen, Bagatellisierung und Tabuisierung legitimiert Ausgrenzung, gibt Diskriminierung Raum und nährt Rassismus.

    Unser professionelles, arbeitsteiliges und interkulturelles Miteinander im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen bietet gute Chancen, Vorurteilen und Diskriminierung zu begegnen.

    Ohne Toleranz und menschliche Nähe ist eine wirksame medizinische oder soziale Betreuung kaum vorstellbar. Tagtäglich leisten wir unseren Beitrag über Forschung und Lehre, die Integration von Menschen mit verschiedensten Hintergründen sowie der Versorgung Hilfsbedürftiger. Gelebte Solidarität, welche wir auch als Bürger*innen, Gewerkschafter*innen und Kolleg*innen einbringen und als selbst Unterstützungsbedürftige erwarten dürfen.

                                                                                   Solidarität ist deiner Gewerkschaft Chance und Verpflichtung zugleich!