Migranten und Migrantinnen

    April 2018 : PUBLIK- Ausgabe 03/ Spezial / Migration

    April 2018 : PUBLIK- Ausgabe 03/ Spezial / Migration

    Bild von Kolleginnen und Kollegen vom ver.di Bundesmigrationsausschuss Christian Jungeblodt /verdi BuV Kolleginnen und Kollegen vom Bundesmigrationsausschuss

    April 2018- PUBLIK- Ausgabe 03/ Spezial / Migration
                                   „Wir sind ver.di“


    Deshalb ist es unabdingbar, dass sich mehr Repräsentanz von Kolleginnen und Kollegen mit Migrationshintergrund in den Gewerkschaften widerspiegelt .
    Im Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen vom Bundesmigrationsausschuss

    Georgios Margaritis …

    ... arbeitet bei der Bundesagentur für Arbeit in Mettmann. Er ist Mitglied des ver.di-Bundesmigrationsausschusses und des Landesmigrationsausschusses NRW.

    "Aufgrund meiner Erfahrungen, die ich auch als Quereinsteiger bei der Bundesagentur für Arbeit gemacht habe, finde ich es wichtig, die Anliegen von Menschen mit einem entsprechenden multikulturellen Hintergrund in die Gewerkschaft hineinzutragen. Das ist auch die Idee für die Zukunft, diesen Personenkreis in der Gewerkschaft stärker vertreten zu sehen, damit auch seine Anliegen entsprechend zur Geltung kommen. Zurzeit ist es aus meiner Sicht so, dass der Anteil von Menschen, die einen entsprechenden kulturellen Hintergrund haben, in ver.di noch zu gering ist und dadurch bestimmte Themenstellungen zwar gesehen werden, aber noch viel stärker akzentuiert werden müssten. Mit gesellschaftlichen Forderungen, wie sie sich ja bereits im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz wiederfinden, könnte der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund auch in Behörden und Betrieben weiter stetig steigen, bis er dem Anteil an der Bevölkerung entspricht."

    https://publik.verdi.de/2018/ausgabe-03/spezial/migration/seiten-20-21/A2

    Charlotte Johnson ...

    ... arbeitet bei der Bundesagentur für ­Arbeit in Nürnberg, ist dort Mitglied des ­Personalrats und der Schwerbehindertenvertretung. Sie ist Vorstands­mitglied im ver.di-Bundesmigrationsausschuss und Vorsitzende des Landesmigrationsausschusses Bayern.

    "Ich engagiere mich im Migrationsausschuss von ver.di, weil ich es ganz ­wichtig finde, dass Menschen mit Migrationshintergrund stärker in den Gewerkschaften vertreten sind. Wir haben viele Kolleginnen und Kollegen, die wohl ­einen deutschen Pass haben, aber eben auch Migrationsgeschichte. Sie machen fast ein Fünftel der ver.di-Mitglieder aus! Und diese Stimme muss auch Gehör finden. Ich bin davon überzeugt, dass wenn man selbst Migrationsgeschichte hat, aus eigener Erfahrung nicht nur besser verstehen, sondern auch ganz anderes nachempfinden kann. Deshalb ist es wichtig, dass Kolleginnen und Kollegen mit Mi-grationshintergrund auch bei ver.di viel ­stärker vertreten sind - in allen Gremien. Sie sind - ob auf Bezirks-, Landes- oder Bundesebene - wichtige Multiplikatoren, die weitertragen, dass auch ihre Gewerkschaft eine Personengruppe hat, die sich mit den Anliegen, Problemen, Wünschen und Rechten von Menschen mit Migrationshintergrund auseinandersetzt."

    https://publik.verdi.de/2018/ausgabe-03/spezial/migration/seiten-20-21/A1

    Fatma Say ...

    ... ist seit 2001 bei der Deutschen Post in Bremen angestellt, ist dort Vertrauensfrau und Mitglied des ­Betriebsrates. Sie ist Vorstandsmitglied des ver.di-Bundesmigrationsausschusses und des Landesmigra­tionsausschusses Niedersachsen/Bremen.

    "Der Migrationsausschuss ist eine Chance. Er ist die Chance, insbesondere ­Frauen mit einem Migrationshintergrund im Betrieb und in der Gesellschaft eine Stimme zu geben, weshalb ich gerne ein Teil davon bin. Migrationsarbeit sollte nicht mehr ein Teil der ehrenamtlichen Agenda sein, sondern eigenständig existieren. Weiterhin sind Migrant/innen unter den Mitarbeiter/innen, zum Beispiel unter ­Sekretär/innen und Fachbereichs­leiter/innen unterrepräsentiert. Betrieblich gleichwertige Mit­bestimmung von Migranten/innen sollte bei ver.di vor­gelebt werden, um so diese Werte auch nach ­außen zu tragen."

    https://publik.verdi.de/2018/ausgabe-03/spezial/migration/seite-19/A2

    Erdogan Kaya ...

    ... arbeitet seit 28 Jahren bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). Er ist Vorsitzender des ver.di-Bundesmigrationsausschusses.

    "Wir leben seit Jahrzehnten in Deutschland und sind ein Teil dieser Gesellschaft. Aber Migrantinnen und Migranten sind in den verschiedenen Organisationen unterrepräsentiert. Unsere Aufgabe ist es, diese Menschen einzubinden. Sie sollen mehr Verantwortung übernehmen, denn es ist unsere Gesellschaft und wir wollen sie auch mit verändern. Menschen mit Migrationshintergrund sollen nicht nur in die Migrationsarbeit eingebunden werden, sondern auch in andere Arbeit - sie sollen in den Fachbereichen vertreten sein, in den Bezirken, in den Landesbezirken und auch im Bundesvorstand. Wir haben 14 Bundesvorstandsmitglieder und niemand davon hat einen Migrations­hintergrund. Unten sind wir richtig bunt, aber wenn man in der Struktur der Organisation nach oben geht, wird es immer weißer und weißer. Das muss sich ändern."

    https://publik.verdi.de/2018/ausgabe-03/spezial/migration/seite-18/A0

    Prof. Dr. Hussein Jinah ...

    ... arbeitet seit 26 Jahren als Sozial­arbeiter bei der Stadtverwaltung Dresden und ist dort Mitglied des Personalrates. Er ist stellvertre­tender Vorsitzender des ver.di-Bundesmigrationsausschusses.

    "Menschen mit Migrationshintergrund ­sollen eine gleichberechtigte Rolle in der Gewerkschaft haben. Sie sollen nicht ­unterrepräsentiert sein, auch nicht isoliert oder abseits gestellt werden, sondern auf Augenhöhe in der Gewerkschaft als ­eine Einheit angeschaut werden. Außerdem gilt es auch für die Integration ­innerhalb dieser Gewerkschaft, dass Menschen mit Migrationshintergrund zusammen mit den anderen Einheimischen als Mitglieder wahrgenommen werden. Sie sollen auch in ver.di eintreten, und ­dazu muss ver.di ­eine interkulturelle Öffnung vollziehen, um diese Leute zu motivieren und attraktiv für sie zu sein!

    https://publik.verdi.de/2018/ausgabe-03/spezial/migration/seite-17/A1