Migranten und Migrantinnen

    20.02.2020 #SchulteranSchultergegenFaschismus

    20.02.2020 #SchulteranSchultergegenFaschismus

    Übersicht der bayernweiten Mahnwachenam 19.02.2020  zu Hanau verdi Migration Bayern bayernweite Mahnwachen

    Fassungslosigkeit, Trauer um die Opfer, Mitgefühl mit ihren Angehörigen, Wut zu dem grausamen Massaker in Hanau.
    Eine Heuchelei, wenn AfD Politiker, wie Gauland, Meuthen und Weidel den Anschlag von Hanau damit begründen, dass dieses schreckliche Verbrechen nichts mit politischen Debatten zu tun hat, sondern eine Tat eines Irren war.

    Vor der Lorenzkirche in NÜrnberg Johnson / A. Heinze-Lacalar Nürnberg/Lorenzkirche: Gedenken an die Opfer von Hanau

    Ob NSU, die Bedrohungen durch NSU 2.0, der Mord am Lokalpolitiker Walter Lübcke, der Angriff auf die Synagoge von Halle, das abscheuliche Verbrechen in Hanau. Jedes Opfer rechter Gewalt ist eines zuviel.

    Diese Anschläge und Massaker zielen auf die Mitte der Gesellschaft - auf uns alle!.
    Der Nährboden für rechten Terror sind vor allem Verharmlosungen, Scheu, Rassismus konkret zu benennen und die schnelle Rückkehr zu Tagesordnung.Mit entschlossenem Handeln müssen alle staatlichen Institutionen die Terrornetzwerke ausheben, die Täter vor Gericht bringen, um den Nährboden für rechte Gewalt auszutrocknen.


    Denn nicht „Migration“ ist das Problem- Das Problem heißt Rassismus!

    Mahnwache am Plärre Nürnberg Günter Distler Nürnberg / PLÄRRER: Mahnwache
    Mahnwachen in Fürth und Erlangen Tim Händel und Sharon Chaffin Erlangen / Fürth: Gedenken an die Opfer von Hanau

    Am Samstag 22. Februar waren in Nürnberg circa 600 Menschen unter dem Motto: „Rechtem Terror entgegentreten- in Hanau und Überall- für eine Gesellschaft der Vielen“ auf der Straße, um gemeinsam gegen Rassismus und rechten Terror zu demonstrieren.

     

     

    Demoaufruf für 22. Fenbuar 2020 verdi Migration Mittelfranken Demo-Aufruf: Rechten Terror entgegentreten- Für eine Gesellschaft der Vielen

    In Solidarität mit den Angehörigen und Betroffenen des Massakers von Hanau.
                                       "Die Opfer waren keine Fremden.
    Sie waren Mitbürger in unserem Land, unsere Nachbarn, Kollegen und Familie !"

    Der Anschlag war ein Angriff auf die plurale Gesellschaft. Gemeinsam Menschenverachtung entgegentreten!
                                           #MIGRANTIFAJETZT!

    Demo in Nürnberg am 22.02.2020 A. Heinze-Lacalar Demo am 22. Februar 2020 in Nürnberg

     

     

     

     

     

     

     

     

     

                                     Redebeitrag von Das Schweigen durchbrechen
                        bei der Abschlusskundgebung in Nürnberg am 22. Februar 2020
                                 

    Uns sind heute drei Dinge wichtig:

    1. Wir wollen weg von einem gesellschaftlichen Fokus, der sich auf die Täter*innen richtet
          und die Perspektive derjenigen starkmachen, die Opfer des rechten Terrors werden:
          Menschen, die von der Dominanzgesellschaft
          rassistisch markiert werden.
    2. Wir wollen universelle Rechte für alle einklagen
    3. Und wir wollen nicht zuletzt die Akteure und gesellschaftlichen Zustände anklagen,
          die mindestens eine Mitschuld daran haben, dass rechter Terror in den letzten Jahren
          scheinbar Normalität geworden ist.

    Am Aufseßplatz und in der Südstadt waren wir an Orten, an denen die Gesellschaft der Vielen Alltag ist. Migration hat die Gesellschaft schon immer geprägt und immer wieder verändert. Wir stehen gemeinsam und solidarisch und werden uns von völkischen Rassist*innen nicht vorschreiben lassen, wer unsere Nachbar*innen, Freund*innen, Partner*innen oder Kolleg*innen sein dürfen.

    Wir waren gemeinsam am NSU-Tatort in der Scheurlstraße und haben auch dem rechten Terror gedacht, der nun über 20 Jahre zurückliegt. Das zeigt: Rechter Terror ist keine neue Erscheinung, sondern zieht sich durch die Geschichte der Bundesrepublik. Es wird endlich Zeit, Nazinetzwerke zu entwaffnen und zu zerschlagen. Spätestens aus dem NSU-Komplex hätten Politik und Behörden Konsequenzen ziehen müssen. Stattdessen wird weiterhin vertuscht und die Opfer kriminalisiert. Wir haben gelernt: Wenn es um Rassismus geht, können wir uns auf den Staat nicht verlassen. Es braucht eine starke außerparlamentarische Bewegung, die Aufklärung und Konsequenzen einfordert.

    Und nun sind wir hier am Willy-Brandt-Platz. Hier sitzen die Nürnberger Nachrichten.
    Nach den Morden des Terrornetzwerks NSU wurden die Opfer entmenschlicht und die Taten relativiert, indem sie von der Nürnberger Zeitung als "Dönermorde" bezeichnet wurden. Außerdem wurde kaum der Begriff „Rassismus“, sondern kontinuierlich der Begriff „fremdenfeindlich“ benutzt. Das impliziert, dass Personen, obwohl sie ihren Lebensmittelpunkt seit Jahren oder schon immer in Deutschland hatten, immer noch fremd seien. Die Berichterstattung über die Morde in Hanau startete mit einem Beitrag des „Focus“, in dem von „Shisha-Morden“ die Rede war. Der völkische Rassismus des Täters wird in den meisten Medien als „Fremdenangst“ oder „Fremdenfeindlichkeit“ verharmlost. Das ist ein Paradebeispiel für rassistische Berichterstattung, die nichts, aber auch gar nichts aus dem NSU-Komplex gelernt hat.

    Außerdem ist hier das Wahlkreisbüro der AfD zu finden.
    Auch wenn die Rassist*innen der AfD nicht selbst den Abzug betätigen, sind sie doch immer wieder die Stichwortgeber*innen des Rechtsterrorismus. Da ist ein Björn Höcke, der letztes Wochenende bei Pegida zum Staatsstreich aufgerufen hat. Da ist ein Alexander Gauland, der Kritiker*innen droht, sie zu jagen. Da ist die Forderung nach einem Schießbefehl an Grenzen, Forderungen nach Karteien für behinderte Menschen und Rom*nja, pauschale Bezeichnungen als „Messermigranten“ für in Europa lebende Muslim*innen, die ständigen Forderungen nach Ausweisung von Migrant*innen, und die Liste der Menschenfeindlichkeiten ließe sich fast unendlich fortsetzen. Gemeint ist damit aber immer eines: die Herstellung einer homogenen Volksgemeinschaft, zu der nur diejenigen dazu gehören dürfen, die von deutscher Abstammung sind.
    Während sie immer wieder sagen was sie wollen, will man im Nachhinein gar nicht gemeint haben, was man gesagt hat. Mit dieser rhetorischen Figur der uneigentlichen Eigentlichkeit können sich die Rassist*innen im Nachhinein immer wieder aus der Verantwortung ziehen. Diejenigen, die wissen, was gemeint ist, realisieren die Botschaft und einige schreiten zu Tat, um das rassistische Programm nicht nur in Form von menschfeindlicher Politik, sondern ganz praktisch mit Brandsetzen, Bomben und Pistolen, Ätzkalk, Todeslisten und Leichensäcken umzusetzen.

    Wir sind hier, um euch anzuklagen: AfD, ihr seid vielleicht nicht die konkreten Mörder*innen, aber ihr seid die Stichwortgeber des rechten Terror. Auch euch gilt es, das Handwerk zu legen.