vs - Verband deutscher Schriftsteller

    19.-20.09.2019: Richtige Literatur im Falschen

    19.-20.09.2019: Richtige Literatur im Falschen

    Literatur im politischen Kampf

    Schriftsteller in  Revolution und Reaktion

    19-20.09.2019 - DGB-Haus München

    Einladungsflyer mit Programmablauf <<hier>>
    nähere Infos hier: https://www.hsozkult.de/event/id/termine-40777

    Das Autorennetzwerk „Richtige Literatur im Falschen“ hat sich 2015 als loser
    Diskussionszusammenhang in Berlin gegründet. Im Zentrum der Debatten steht
    die Frage nach einer politisch-engagierten, realistischen Literatur heute. Viermal
    hat diese Tagung bislang bereits stattgefunden, zweimal in Berlin, einmal in
    Graz und einmal in Dortmund. Eine Besonderheit ist, dass dabei Autor*innen
    und Wissenschaftler*innen verschiedener Disziplinen aufeinandertreffen, um
    von ihren jeweils verschiedenen Perspektiven aus die Themen zu betrachten.
    Beim fünften Symposium der Reihe wird diesmal die Bedeutung von Literatur in
    der direkten politischen Auseinandersetzung beleuchtet – in Vergangenheit wie
    Gegenwart. Selten in der Geschichte haben sich so viele Schriftsteller und
    Künstler an einer Aufstandsbewegung beteiligt wie im April/Mai 1919 in München.
    Autoren wie Ernst Toller, Erich Mühsam und Gustav Landauer waren
    Protagonisten der Bewegung. Auch Schriftsteller wie der Dramatiker Georg
    Kaiser, der Lyriker Alfred Wolfenstein sowie die (späteren) Romanciers Oskar
    Maria Graf und Ret Marut (alias B. Traven) nahmen lebhaften Anteil. Hatten sich
    bis dahin viele Schriftsteller*innen, zumeist bürgerlicher Herkunft (oft im monarchistischen
    Geist und mit wenigen sozialistisch orientierten Ausnahmen), fast
    sämtlich von der Kriegseuphorie mitreißen lassen, entstand nun ein neuer
    Schriftstellertypus, der des gegenwartsbezogenen und arbeiterbewegungsnahen
    politischen Schriftstellers.
    Nach einem Blick auf die Ereignisse während der Münchener Räterepublik und
    den Anteil der Autoren wird diskutiert, welche Bedeutung der Literatur in der
    Folge beizumessen war und ist: Somit soll auch die Zeit des Nationalsozialismus
    behandelt werden – mit Nazi-Autoren als Teil der staatlichen Propaganda und
    Exil-Autoren (Klaus und Thomas Mann, Bertolt Brecht, Anna Seghers u.v.m.) mit
    ihren Versuchen von außen, aufklärerisch zu wirken.
    LITERATUR
    Auch soll ein Blick auf die politische Wirkung der Literatur und den (aufgewerteten)
    Stellenwert von Schriftstellerinnen und Schriftstellern in BRD und DDR
    geworfen werden, die im Zuge der Kalter-Kriegs-Auseinandersetzungen auch
    zur Untermauerung des eigenen Deutschland-Repräsentationsanspruches
    dienten.
    Im Zentrum der Debatte jedoch steht die Frage, wie heute Autorinnen und
    Autoren als politische Akteure in der aktuell sozial angespannten Situation
    sinnvolle Beiträge mit den ihnen eigenen Mitteln leisten können, um etwa der
    Bedrohung von rechts und den gesellschaftlichen Prekarisierungstendenzen
    entgegenzuwirken, die den Auftrieb der Rechten befördern. Gleichzeitig hat
    natürlich auch die Neue Rechte selbst die Literatur als ein Vehikel für ihre Ideen
    und Propaganda gefunden, auch dies wird beschrieben und analysiert. Um die
    Kerngruppe der Autorinnen und Autoren des Netzwerks „Richtige Literatur im
    Falschen“ zu unterstützen und der Diskussion ein wissenschaftliches Fundament
    zu liefern, werden auch zu diesem Symposium wieder Wissenschaftlerinnen
    und Wissenschaftler eingeladen, die sich in den genannten
    Themenfeldern profiliert haben. Die Wissenschaftler werden mit Autoren der
    Kerngruppe, die sich zu den jeweiligen Fragen äußern möchten, zu Vortrags-
    Tandems zusammengeschaltet – auf jede theoretische Intervention folgt somit
    ein literarisch basiertes Statement.
    Das Publikum ist auch diesmal wieder herzlich dazu eingeladen, sich an der
    Diskussion zu beteiligen.