Pressemitteilungen

    05.04.18: Erwerbslose fordern Eigeninitiative der Stadt Nürnberg …

    05.04.18: Erwerbslose fordern Eigeninitiative der Stadt Nürnberg bei Armutsbekämpfung

    06.04.2018
    Logo Erwerbslose ver.di Erwerbslose  – Logo Erwerbslose

    Die Stadt Nürnberg sucht nach Gründen für  ihre außerordentlich hohe Armutsgefährdungsquote -  und findet Ausflüchte

    Mit großen Erstaunen hat der Erwerbslosenausschuss der Gewerkschaft ver.di die Berichterstattung zu den Gründen von Armut in Nürnberg
    zur Kenntnis genommen.


    Die nun vorgenommene Unterscheidung der Stadtspitze zwischen „tatsächlichem Ausmaß von Armut“ und dem „Ausmaß der Ungleichheit bei der Einkommensverteilung“ ist ein klarer sozialpolitischer Rückschritt. WHO, OECD und EU sind sich seit Jahrzenten einig, dass Armut nur in Relation zum jeweiligen sozialen Umfeld bestimmt werden kann. Nur dieser relative Armutsbegriff bietet die auch von Sozialreferent und Oberbürgermeister geforderte angemessene Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

    Die Forderung von Ulrich Maly und Rainer Prölß an die Bundesregierung nach einer Anhebung der Regelsätze sieht der Erwerbslosenausschuss zwar als völlig richtig an. „Dies darf jedoch nicht davon ablenken, dass es die Stadt in einem anderen wichtigen Bereich der Daseinsvorsorge selbst versäumt hat, das ihrige beizutragen: Die Anhebung der übernommenen Mietgrenzen für Hartz IV nach 5 Jahren Nullrunde um nur 23 EURO für Alleinstehende hat rein gar nichts mit der realen Entwicklung des Mietmarktes zu tun. Eine angemessene Erhöhung wäre ein ganz praktischer Beitrag der Stadt zur Armutsbekämpfung gewesen!“, fordert
    Tom de Buhr, Vorsitzender des ver.di-Erwerbslosenausschusses.

    Verzerrte Realitätswahrnehmung statt  Eigeninitiative der Stadt Nürnberg

    „Völlig absurd ist der Erklärungsversuch von Armut mit einer hohen Studierendenzahl in Nürnberg. Dies würde im Umkehrschluss unterstellen, dass die Armutsgefährdung in Erlangen noch höher als in Nürnberg ist“, stellt er weiter fest. „Statt jahrelanger und letztlich ergebnisloser Analysen wäre praktisches Handeln jetzt gefragt!“ Tatsächlich sprechen die Zahlen der Statistikämter der Städte eine klare Sprache: In Nürnberg ist die Altersgruppe von 18 -25 Jahre, die sich in Ausbildung oder Studium befindet nach wie vor deutlich kleiner als in Erlangen. Es ist daher fernliegend, Studierende für die hohe Armutsgefährdungsquote in der Noris verantwortlich zu machen.

    Zahl der Studierenden:

    Nürnberg (31.12.2016): 44.497 von insgesamt 529.407 Einwohnern (8,4%)
    Fürth (31.12.2016): 10.255 von insgesamt 128.204 Einwohnern (8,0%)
    Erlangen (31.12.2017): 11.807 von insgesamt 112.846 Einwohnern (10,5%)