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    22.11.2017 - Aktionstag Pflege

    22.11.2017 - Aktionstag Pflege

    23.11.2017
    Haltet den Dieb! ver.di Haltet den Dieb!

    Beschäftigte der Altenpflege fordern mehr Personal

    ver.di-Aktionstag vom Mittwoch, dem 22. November 2017 (Buß- und Bettag)

     

    »In der Altenpflege ist es fünf vor zwölf«, sagt ver.di-Sekretär Bernhard Bytom. »Pflegekräfte sind überlastet, es fehlt an Zeit und Personal. So geht es nicht weiter.« Auf diese Zustände machte ver.di am Mittwoch, dem 22. November 2017 – am Buß- und Bettag – mit einem bundesweiten Aktionstag aufmerksam. Daran beteiligten sich auch Beschäftigte in Mittelfranken, im Bild  Kolleginnen und Kollegen des AWO Kreisverbandes Mittelfranken Süd (früher AWO Kreisverband Roth-Schwabach), die vor einer Einrichtung des AWO-Kreisverbandes in  Georgensgmünd  eine Aktion durchführten, die symbolisch „den Diebstahl des Buss- und Bettages durch Politik und Arbeitgeberverbände“ anprangerte.  Der AWO-Kreisverband betreibt u.a. Einrichtungen in Rosstal, Schwabach, Roth Georgensgmünd, Weißenburg, Gunzenhausen Heidenheim Treuchtlingen, Auernheim, Cronheim, Elbersroth, Hilpoltstein, Möhren, Wassertrüdingen, Petersgmünd und Roth und hat mehr als 1500 Beschäftigte.

    Vor gut 20 Jahren wurde der Buß- und Bettag in den meisten Bundesländern als Feiertag abgeschafft, um den Arbeitgeberanteil zur neu geschaffenen Pflegeversicherung auszugleichen. Das ist der Anlass dafür, dass Pflegekräfte im ganzen Bundesgebiet mit kreativen Aktionen auf ihre Arbeitssituation hinwiesen. Einspringen außerhalb des Dienstplans, unfreiwillige Teilzeit, befristete Arbeitsverträge, schlechte Bezahlung mit der Folge von Altersarmut – das ist für die meisten Pflegekräfte die Realität. Sie steht in krassem Gegensatz zu den Lippenbekenntnissen der politisch Verantwortlichen.

    »Pflegekräften in Sonntagsreden Wertschätzung ausdrücken, reicht nicht«, betont Jürgen Feicht von der ver.di-Betriebsgruppe und Gesamtbetriebsratsvorsitzender des Kreisverbandes. »Es muss in der Altenpflege endlich eine bundesweit einheitliche und verbindliche gesetzliche Personalbemessung geben.« Da das von der Bundesregierung geplante Instrument zur Personalbemessung erst 2020 eingeführt werden soll, fordert ver.di ein Sofortprogramm: In stationären Einrichtungen soll eine Pflegekraft im Durchschnitt nicht mehr als zwei Bewohner/innen betreuen; in der Nacht darf in keinem Wohnbereich mehr allein gearbeitet werden. »Es muss mehr Personal in die Einrichtungen – im Interesse der pflegebedürftigen Menschen und der Beschäftigten, die sonst ihre Gesundheit aufs Spiel setzen«, so Ver.di-Sekretär Bytom.