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    Erlangen: Massenentlassungen bei DHL-Tochter in Erlangen drohen

    Erlangen: Massenentlassungen bei DHL-Tochter in Erlangen drohen

    27.10.2017
    Abbildung grafisches Element Fachbereich 10 ver.di Grafisches Element Fachbereich 10  – Grafisches Element Fachbereich 10 für Bühne und Individualisierungsportlet.

    Nürnberg, den 27. Oktober 2017  

    Konzern Deutsche Post DHL plant Massenentlassungen bei Tochterunternehmen in Erlangen- 26 % der Eigenbeschäftigten droht die Kündigung

     

    Rekordgewinne, sprudelnde Dividenden und steigende  Managergehälter auf der einen Seite- Massenentlassungen auf der anderen.

     

    Diese Wirklichkeit zeichnet sich zur bei der Deutschen Post InHaus GmbH (Betrieb Postleitzahlenregion 9) in Erlangen ab. Die Tochterfirma aus dem Konzern der Deutschen Post DHL plant derzeit  ca. 40  eigene Mitarbeiter zum 30.06.2018 zu entlassen. Der überwiegende Teil der Betroffenen ist dabei über 50 Jahre alt und  langjährig im Unternehmen.

     

    Trotz aktuell über 70 betriebsinternen Voll-und Teilzeitstellen, die mit  Leiharbeitnehmern (ca. 40 Stellen) und mit Kräften der Konzernleihe besetzt sind, verweigert sich der Arbeitgeber bisher,  die betroffenen Beschäftigten über den  betriebsinternen Jobmarkt in Lohn und Brot zu halten.

     

    „Man wird den Eindruck nicht los, dass der Konzern in Erlangen versucht verdiente, lebensältere, teil gehandicapte Beschäftigte einfach los zu werden. Die beabsichtigten Planungen sind ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten die jahrelang hart gearbeitet haben und den Unternehmenserfolg damit erst ermöglichten“, so Gewerkschaftssekretär David Merck auf der gestrigen Aktivenveranstaltung.

     

    Ver.di und die Verdi-Betriebsräte vor Ort werden für Arbeitsplatzsicherheit in Erlangen kämpfen und haben auf einer  Aktivenbesprechung folgende 5 Kernforderungen für die anstehenden Verhandlungen beschlossen:

     

    1.     Ausnutzung aller Möglichkeiten des betrieblichen

    Jobmarktes

    2.     Allen von der Kündigung bedrohten Mitarbeitern müssen offene Arbeitsplätze bei regionalen Konzerngesellschaften angeboten werden (Öffnung des Konzernarbeitsmarktes)

    3.     Allen Beschäftigten, die nicht im betrieblichen oder Konzernarbeitsmarkt unterkommen, müssen die Wahl zwischen folgenden  Abfindungsmodellen haben:

    -        Einmalige Abfindung und Ausscheiden aus dem Unternehmen

    -        Wochenarbeitszeitreduzierungen mit folgenden Formen der Teilabfindung:

    Einmalige Teilabfindung

    Bezahlung des bisherigen Entgelts für einen entsprechenden Äquivalenzzeitraum

    Altersteilzeitregelungen

     

    4.      Alternativ zu den Abfindungsmodellen soll es einen Beschäftigungsanspruch in einer Transfergesellschaft deren Dauer und finanzielle Ausstattung in Verhandlungen festzulegen ist, geschaffen werden.

     

    „Unsere Forderungen haben ein Gesamtvolumen von ca. 3,3- 3,5Mio. Euro und entsprechen damit exakt den Kosten der geplanten Abfindungen des Arbeitgebers“, so der zuständige ver.di-Gewerkschaftssekretär David Merck.

     

    Die bisherigen Planungen der Arbeitgeberseite sind für die Gewerkschaft ver.di rechtlich grenzwertig und moralisch  inakzeptabel.

     

    „Im Kern geht es um eine ganz einfache Frage. Darüber ob in einem Konzern der quartalsweise von Rekordgewinn zu Rekordgewinn schwebt, soziale Verantwortung gegenüber den Menschen gelebt werden, die diese Erfolgsgeschichte mit ihrer täglichen Arbeit möglich machen oder nicht. Es geht darum, ob die Deutsche Post DHL ihre moralische Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern lebt oder ob es nur noch um Rekordgewinne, steigende Dividenden und Managergehälter geht“, so ver.di-Sekretär David Merck.

     

    Die Auseinandersetzung hat dahingehend konzernweite Signalwirkung, gerade mit Hinblick auf die Arbeitgeberplanungen im Briefbereich, die tausende von Arbeitsplätzen in Mittelfranken gefährden.

     

    Die Deutsche Post InHaus GmbH ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen im Konzern Deutsche Post DHL. Sie ist im Unternehmensbereich PEP (Post /E-Commerce/ Parcel) eingegliedert und hat bundesweit so ca. 200-2500 Beschäftigte.

     

    Das Unternehmen hat grundsätzlich zwei Geschäftsbereiche:

    1.     Konsolidierung (Sortierung der Post von Großkunden, die dafür  dann von der Deutschen Post AG  Rabatte erhalten)

    2.     Betreibung von Poststellen

     

    Die geplanten Entlassungen beruhen darauf, dass die Beschäftigten bisher die Poststelle der Firma Siemens in Erlangen über eine Leiharbeitskonstruktion für eine Drittfirma betrieben haben und es keine Einigung über einen Betrieb der Poststelle über den 30.06.2018 hinaus gibt.

     

     

    Weitere Informationen:

     

    David Merck

    ver.di Bayern, Fachbereich Postdienste, Spedition und Logistik

    Tel. 0911/23557-210

    Mobil 0175/8425242