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    März 2014: Nazipropaganda in der Nürnberger Straßenbahn?

    Kandidat der Nürnberger Bürgerinitiative Ausländerstopp Fridrich Luft missbrauchte seine Position

    März 2014: Nazipropaganda in der Nürnberger Straßenbahn?

    12.03.2014
    Gegen Nazis ver.di Gegen Nazis

    12.03.2014: Berichte zu unserer Pressemitteilung (nur online)

    http://www.endstation-rechts-bayern.de/2014/03/nazi-propaganda-vom-strassenbahnfahrer/

    http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/vag-fahrer-kandidiert-fur-bia-nazi-parolen-in-der-tram-1.3510831

     

    März 2014: Nazipropaganda in der Nürnberger Straßenbahn?

    Das Nürnberger Bündnis Nazistopp und die VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten) beschuldigen den Kandidaten der Bürgerinitiative Ausländerstopp (BIA) Fridrich Luft, seine Position als Straßenbahnfahrer für Nazi-Propaganda zu missbrauchen.

    Anlass ist ein bereits länger zurückliegender und dokumentierter Vorfall, als ausgerechnet das  Vorstandsmitglied der VVN-BdA Georg Neubauer sich gegen extrem rechte Agitation eines Straßenbahnfahrers erwehren musste. Die Identität des Fahrers wurde erst jetzt durch die Plakate der BIA klar, auf denen Fridrich Luft als Listenkandidat Platz 2 präsentiert wird. „Der Vorfall ist mir so eindringlich in Erinnerung geblieben, dass ich mir absolut sicher bin, den damaligen Straßenbahnfahrer auf den Plakaten wieder zu erkennen“, so Georg Neubauer.

    Er war am 24.August 2012 völlig unvermittelt damals vom Straßenbahnfahrer während der Wartezeit an der Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 5 / Worzeldorfer Straße angesprochen worden, ob er denn auch ein „Alternativer“ sei. Er (der Fahrer) selbst sei nämlich ein solcher und wolle als NPD-Mitglied eine Änderung zum Wohle des deutschen Volkes statt der jetzigen EU und des „Multi-Kulti-Zeugs“.

    Als G. Neubauer dem Straßenbahnfahrer unmissverständlich klarmachte, mit Neonazis nichts zu tun haben zu wollen und u.a. die faschistische Nazi-Diktatur als Verbrecherregime bezeichnete, ließ dieser dennoch zunächst von seiner Propaganda nicht ab. Er sprach dem Fahrgast sogar sein Demokratieverständnis ab, da er „andere Meinungen“ nicht zulasse. Erst als G. Neubauer schließlich eine Beschwerde beim Arbeitgeber VAG ankündigte, verschwand F .Luft zunächst in der Fahrerkabine.

    Eine Station später behauptete Luft schließlich, eine Anzeige bei der Polizei wegen einer persönlichen Bedrohung gestellt zu haben und Neubauer auf Video aufgezeichnet zu haben. Dies erwies sich jedoch als offensichtlich unwahre Drohkulisse.

    Georg Neubauer beschwerte sich anschließend schriftlich bei Oberbürgermeister Dr.U.Maly  und beim Vorstand der VAG über das Verhalten dieses Fahrers. In einem darauf hin erfolgtem  Gespräch mit dem VAG-Verstandsvorsitzenden und dem Leiter der VAG-Personalbetreuung wurde ihm zugesichert, dass „dem Mitarbeiter seine Grenzen sehr nachdrücklich aufgezeigt wurden“. (siehe Anlage)

    „Es kann nicht angehen, dass ausgerechnet in Nürnberg mit seiner belasteten NS-Vergangenheit Beschäftigte der städtischen Verkehrsbetriebe ihre Position für extrem rechte Propaganda missbrauchen“, so der Sprecher des Nürnberger Bündnisses Nazistopp Max-Gnugesser-Mair.

    Christel Hausladen-Sambale vom Vorstand der VVN-BdA Nürnberg stellt die Frage „Wissen wir, wie oft zuvor und danach Fridrich Luft ihn ähnlicher Weise agitiert hat und Fahrgäste dies ohne zu protestieren hingenommen haben? Dieser Vorfall ist uns ja nur zufällig bekannt geworden.“

    Welche konkreten und vor allem effektiven Maßnahmen vom Vorstand der VAG getroffen wurden, um solche Vorfälle künftig zu verhindern, ist uns nicht bekannt. Wie es scheint, ist BIA-Kandidat F. Luft  aber immer noch aktiv im Fahrdienst tätig. Die Vorstellung, dass in unseren Straßenbahnen ausländische Gäste oder Menschen mit Migrationshintergrund von einem aktiven Nazi  gefahren und möglicherweise belästigt werden, ist schwer zu ertragen.

    Das Nürnberger Bündnis Nazistopp und die VVN-BdA Nürnberg gehen davon aus, dass die VAG Nürnberg Nazipropaganda in ihren Verkehrsmitteln nicht dulden wird. Denn klar sollte nach unserer Auffassung sein:  Fahrgäste müssen absolut sicher sein können, nicht mehr von diesem BIA-Funktionär indoktriniert zu werden!