FB 10 - Postdienste, Speditionen, Logistik

    Tarifrunde Spedition und Logistik Bayern

    Es geht um die Aufwertung unserer Branche und um die Belohnung Betriebstreue!

    Tarifrunde Spedition und Logistik Bayern

    Die Tarifrunde im Speditionsbereich Bayern entwickelt  sich mit immer größeren Schritten. Zeit also für unsere Internetredaktion kurz   beim Fachbereich nachzufragen, um  was es eigentlich  genau geht. Für das Interview stand der zuständige Fachbereichssekretär, David Merck, unserer Redaktion ausführlich Rede und Antwort. Hier die wichtigsten Auszüge des Interviews.

    • Redaktion: Was sind eigentlich die konkreten Forderungen unserer Mitglieder ?

      David Merck :
      Ver.di fordert eine Aufwertung der Arbeit in  unserer Branche. Die Forderung  umfasst  dabei 3 Komponenten:

      1. Eine Lohnerhöhung in Höhe von 5 % aber mindestens 110 Euro als soziale Komponente für die unteren Einkommen.
      2. Die längst überfällige Einführung von sogenannten  Betriebszugehörigkeitsstufen. Im Klartext  also,
                 + 40 Euro / Monat  ab 3 Jahren Betriebszugehörigkeit
                 + 80  Euro/ Monat  ab 6 Jahren Betriebszugehörigkeit
                 +120 Euro / Monat ab 9 Jahren Betriebszugehörigkeit
      3. Die Übernahme des GUV-Fakulta Beitrages für unsere Mitglieder- hier geht es um einen umfassenden materiellen Schutz vor Regressansprüchen der Arbeitgeber.
    • Redaktion: Wie kam dieser Forderungsmix eigentlich zustande?

      David Merck:

      Der Forderungsmix ist der Ausdruck intensiver Diskussionen mit unseren Mitgliedern. Im Kern  geht es darum, wie bereits ausgeführt, die Arbeit in unserer Branche aufzuwerten. Unsere Leute  arbeiten jeden Tag extrem hart, sind hochflexibel  und machen einen hervorragenden Job.  Die Branche boomt, die Gewinne sprudeln- Zeit also, dass die Beschäftigten ihren Teil vom Kuchen abbekommen.

    • Redaktion: Warum sind unseren Mitgliedern eigentlich die soziale Komponente und die Betriebszugehörigkeitsstufen so wichtig ?

      David Merck:
      Viele unserer Mitglieder, die dann auch streiken, arbeiten unter schwersten  Bedingungen  in den unteren  Lohngruppen. Deswegen ist es wichtig, speziell in diesem Bereich etwas mehr zu fordern.
      Bei den Betriebszugehörigkeitsstufen geht es im Kern um das Thema Gerechtigkeit. Es ist gerecht, dass Beschäftigte die jahrzentelang  ihrem Betrieb treu bleiben, hierfür belohnt werden. Im Übrigen beklagen gerade die Arbeitgeber unserer Branche  Personalmangel und  die hohen sogenannten „fluktationsbedingten“ Kosten.  Die Betriebszugehörigkeitsstufen wären hier das optimale Gegenmittel.Gute Leute, gute Arbeit, gute Löhne, das gehört zusammen.

    • Redaktion: Wie ist die Stimmung in den Betrieben?

      David Merck:
      Die Stimmung ist gut, die Beschäftigten wollen ihren Anteil vom Kuchen und sind entschlossen und bereit  hierfür auch zu kämpfen!

    • Redaktion: Wie laufen die Verhandlungen?

      David Merck: Die erste Verhandlungsrunde  ist am 27.10. ergebnislos vertagt worden. Der nächste Verhandlungstermin ist der 17.11.2016.